Rajasthan: Entwicklungsprogramm für Gadulia Lohar
Die Herkunft der wandernden Schmiede
Kampf ums Überleben in der modernen Welt...Heute ist das Überleben für die Gadulia Lohar ein täglicher Kampf. Mit ihrer traditionellen Arbeit können sie kaum genug zum Leben verdienen, denn die Industrie produziert günstigere und besser verarbeitete Werkzeuge. Da sie keinen festen Wohnsitz haben, sind die Gadulia Lohar bei der Regierung nicht registriert und haben somit keinerlei Zugang zu staatlicher Unterstützung. Ihre Kinder können keine Schulen besuchen, da die Familien nie lange genug an einem Ort bleiben. Obwohl die Gadulia Lohar von einer höher gestellten Kaste abstammen, werden sie von ihrer Umgebung heute wie Unberührbare behandelt. Ihr Leben zu ändern und sesshaft zu werden fällt ihnen aufgrund des überlieferten Schwurs schwer. Schon 1955 wurde ihnen das Fort von Chittorgarh von Premierminister Nehru symbolisch zurückgegeben, doch aus Angst ihre Göttin zu verärgern, behielten sie ihren traditionellen Lebensstil bei. ...und der Versuch dabei zu helfen
Unser Partner unterstützt die Menschen dabei, Anträge bei der Regierung einzureichen: zunächst für Grundstücke, dann für finanzielle Unterstützung zum Hausbau. Kein einfacher Weg, aber ein gangbarer, wie sich gezeigt hat. Kishor Lohar ist einer der herausragenden Führer: Er war einer der ersten, dem in den Gesprächen mit Herrn Gautam von Swa-Sahyog Sanstha klar wurde, dass sich ihr Leben und das ihrer Kinder nur zum Besseren hin verändern kann, wenn sie sesshaft werden, wenn sie sich an einem festen Ort Arbeit suchen und ihre Kinder zur Schule schicken können. 20 Familien motivierte er, sich mit ihm gemeinsam nahe der Kleinstadt Chaksu niederzulassen. Die Behörden waren alles andere als begeistert. Die Polizei griff ein. Aber die Gadulia Lohars kannten inzwischen ihre Rechte und forderten diese ein: friedlich aber bestimmt. Inzwischen haben 48 Familien ein Stück Land von der Regierung erhalten und einen spürbaren Zuschuss zum Bau eines kleinen, einfachen Hauses. Jetzt verhandeln sie über einfache Latrinen und Stromanschluss. Als "registrierte Bürger von Chaksu" haben sie jetzt natürlich auch Wahlrecht. Sie können ihre Kinder in die lokalen Schule schicken, sich um Arbeit unter dem "Nationalen Arbeitsgarantieprogramm" bewerben und Witwen können eine kleine Pension erhalten. Im Gesundheitsbereich ist ein ganz neues Bewusstsein gewachsen: persönliche Hygiene sowie Geburtsvor- und -nachsorge werden heute immer selbstverständlicher für die Gadulia Lohars. Natürlich sind noch längst nicht alle Schwierigkeiten überwunden. Die Frage der Einkommensmöglichkeiten ist immer noch eine brennende. Einige junge Leute sind jetzt auch bereit, ihren traditionellen Schmiedeberuf aufzugeben und sich anders zu orientieren. Ob bei diesen Bemühungen oder der Weiterqualifizierung als Schmied können sie auf die Unterstützung der Andheri-Hilfe vertrauen. Kishor strahlt: "Unser Leben hat sich so spürbar verbessert. Und das Wichtigste ist, dass wir erfahren, dass unsere Göttin uns nicht zürnt! Jetzt werden immer mehr Gadulia Lohars diesen Weg wählen!"
|
||||||||
|
|
||||||||