Tsunami: Wiederaufbau und mehr
Fast drei Jahre sind vergangen, seit der Tsunami die Küste Südindiens mit aller Wucht traf. Auch im Bundesstaat Andhra Pradesh, im Osten des Landes, waren heftige Schäden zu verzeichnen. Doch im Vergleich zur Südspitze des Landes waren sie nicht die extremsten, die Zahl an Todesopfern vergleichsweise niedrig. Dennoch, da die Menschen fast ausschließlich vom Fischfang lebten, bedrohten die verursachten Schäden massiv ihre Existenz. Der Fokus der Öffentlichkeit - von den Medien bis zur indischen Regierung - war jedoch auf die besonders stark betroffenen Gebiete an der äußersten Südküste gerichtet. Hier in den Fischerdörfern von Andhra Pradesh kam kaum Hilfe an. Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation "Creator's" konnten wir in fünf Dörfern dringend notwendige, wirkungsvolle Hilfe leisten. Insgesamt 100 Fischer konnten mit einem zinsfreien Darlehen unterstützt werden. So waren sie in der Lage, ihre vom Tsunami zerstörten Boote zu reparieren und neue Netze anzuschaffen. Ihre Lebensgrundlage war wieder gesichert! Nach und nach haben sie die Darlehen zurück gezahlt, damit weitere Familien die gleiche Starthilfe erhalten konnten. Ein gelungenes Beispiel von "Hilfe zur Selbsthilfe"! Doch nicht nur die Fischer erhielten Unterstützung, sondern auch die Frauen. Sie waren bislang für den Fischverkauf zuständig. Allzu oft erhielten sie nur geringe Preise für die Fische, die sie aufgrund fehlender Kühlmöglichkeiten möglichst schnell verkaufen mussten. Dank der Spenden aus Deutschland konnten die Frauen jetzt in einfachen Methoden der Fischverarbeitung geschult werden. So bieten sie heute nicht mehr ausschließlich Frischfisch an, sondern sie stellen auch diverse Fischprodukte her, die einen guten Absatzmarkt finden. Da gerade dieses Gebiet wird immer wieder von Wirbelstürmen betroffen wird, ist es auch ganz wichtig, etwas zu tun, damit die Dorfbewohner bei künftigen Katastrophen besser vorbereitet sind. So wurden junge Leute aus den fünf Dörfern - pro Dorf je 15 junge Männer und Frauen - in "Disaster Prepardness" geschult. Sie wissen jetzt genau, was im Notfall zu tun ist. Jeder kennt seine Aufgabe, jeder Handgriff ist geübt. Kleingruppen sind zuständig für die Warnung der Dorfbewohner, die Rettung der Kinder, Alten und Kranken, die Organisation der Nothilfe, die Gesundheitsversorgung, die Wasser- und Sanitärversorgung. Auf diese Weise werden Schäden reduziert und vor allem Menschenleben gerettet. Die entsprechenden Schulungen haben bereits sehr positive Wirkungen gezeigt, haben Selbstbewusstsein, Verantwortungs- und Gemeinschaftsgefühl der jungen Menschen spürbar gestärkt. Und es wird noch mehr getan: Es hat sich beim Tsunami ganz deutlich gezeigt, dass die Schäden dort am größten waren, wo die Strände kahl, frühere Bepflanzungen gerodet waren. Hier wird jetzt gegen gesteuert. Der gesamte Küstenstreifen wird aufgeforstet: Cashew-Nussbäume und Obstbäume werden gepflanzt. Der zu erwartende Ertrag ist eine zusätzliche Motivation, die jungen Bäume zu hegen und zu pflegen. Schulungen in Aufforstung und Baumpflege tun ihr übriges. So wird sich in den kommenden Jahren das Gesicht der Küste stark verändern. Die Menschen haben "die Lektion gelernt": Die Umwelt lässt sich nicht folgenlos zerstören. Sie bauen jetzt wieder auf, gehen sorgsam mit der Natur um. Andheri-Hilfe hat für 2007 17.748 Euro und für 2008 17.861 Euro zugesagt. Helfen Sie mit bei der Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichtes - beim aktiven Katastrophenschutz!
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