Projektbeispiel: Aufbau und Stärkung der Hausangestelltengewerkschaft "Manushi"
Seit 1998 unterstützt die Andheri-Hilfe Projekte des Centre for Women`s Development and Research (CWDR) im Bereich Förderung von Frauenselbsthilfeorganisationen in fünf Slums Chennais, der viertgrößten Metropole Indiens. Während Frauen in Indien generell benachteiligt werden, ist ihre Situation in den großstädtischen Slums besonders prekär. Haushaltshilfen gehören zu den am stärksten benachteiligten Frauen. Die Andheri-Hilfe schätzt in hohem Maße die kompetente und basisnahe Arbeit des CWDR, das entschiedene Engagement für die Rechte von Frauen, die konsequente Lobbyarbeit und die innovativen Ansätze.
In den 79 Slums, die das Projektgebiet umfasst, leben ca. 12.000 Haushaltshilfen. CWDR stärkt Manushi mit gezielten Schulungen und prozessorientierten Beratungen. Haushaltsnahe Dienstleistungen (z. B. Catering Service) werden als Modellunternehmen aufgebaut, die Haushaltshilfen werden beruflich fortgebildet. CWDR erstellt Schulungsmaterial und setzt sich mit Kampagnen gemeinsam mit den Haushaltshilfen für deren Arbeitsrechte ein. Zum ersten Mal wurde in Indien durch den Einsatz von Manushi erreicht, dass die Familie einer Frau, die bei einem Unfall umkam, eine Kompensation in Höhe von rund 2.000 Euro erhielt. Ein Arbeitgeber musste seiner langjährigen Hausangestellten umgerechnet 120 Euro Entschädigung zahlen, weil er sie verprügelt hatte. 60 % der Mitglieder von Manushi konnten bisher für sich höhere Gehälter bei ihren Arbeitgebern verhandeln. 200 Frauen, die an Fortbildungen in Haushaltsführung und Kochen teilnahmen, konnten ihr Einkommen nahezu verdoppeln. 100 weitere Frauen, die als Hausangestellte arbeiten, konnten eine kleine zusätzliche selbstständige Tätigkeit aufbauen (z.B. Verkauf von Snacks, Lebensmittelverarbeitung). Langfristig soll mit diesem Projekt der "Empowerment"-Prozess der Slumfrauen in Chennai intensiviert werden, ein Schwerpunkt ist daher, die Fähigkeiten der Hausangestellten, die jetzt Mitglieder sind, in diesem Sinne auszubilden und zu stärken. Ein anderes Anliegen ist es, den Zugang zu bezahlbaren Krankenversicherungen zu eröffnen. Auch müssen die Unternehmensgründungen von Manushi weiter vorangetrieben werden, nicht zuletzt um die Gewerkschaft langfristig in eine finanzielle Unabhängigkeit entlassen zu können.
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