Projektbeispiel: Hilfe für Straßenkinder und Kinderarbeiter in Tamil Nadu
Die Förderung von Kindern steht für die Andheri-Hilfe Bonn an prominenter Stelle, weil sie unter Hunger und Not, unter Analphabetentum und früher Erwerbstätigkeit am meisten leiden. Ferner möchten wir dazu beitragen, ihnen neben einer kindgerechten Entwicklung Zukunftschancen zu eröffnen und ihnen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.
Schnelle Hilfe fördert Rehabilitation Unser Projektpartner "Trichy Social Service Society" verfolgt die Strategie, den Straßenkindern und Kinderarbeitern so früh Hilfe anzubieten, dass eine eventuelle Wiedereingliederung zurück in ihre Familien schnell möglich ist und so ein langjähriges Straßenkind-Dasein verhindert wird. Falls eine Wiedereingliederung in die Familien allerdings nicht gelingt, will man den Kindern einen Schulabschluss oder eine Berufsausbildung ermöglichen. Um Straßenkinder zu kontaktieren, gehen die Mitarbeiter des Projektes durch die Straßen und sprechen Kinderarbeiter und Kinder an, die ziellos durch die Straßen wandern und so aussehen als hätten sie kein Heim. Eine weitere wichtige Anlaufstelle sind Bahnhöfe, wo viele Ausreißer ankommen. Diesen Kindern wird von den Sozialarbeitern vorgeschlagen, zum „Zentrum“ zu kommen, das ihnen als Anlaufstelle dient. Sie können sich dort waschen, ausruhen und bekommen etwas zu essen sowie medizinische Versorgung, können dort mit Kameraden spielen und wieder ein wenig "Kind" sein. Es gibt auch Möglichkeiten, dort zu übernachten und sie können bleiben, solange es nötig ist. Das Zentrum bietet Schutz und Fürsorge Das Zentrum bietet den Kindern also zunächst erst einmal einen Schutz, wenn diese sich von ihrem Leben auf der Straße ein wenig „erholen“ wollen. Hier haben die Kinder dann die Möglichkeit, näheren Kontakt zu Sozialarbeitern und Psychologen zu knüpfen. Diese sind dazu ausgebildet, behutsam auf die speziellen Probleme der Straßenkinder einzugehen und mit ihnen zusammen nach Lösungen zu suchen. Die Gründe dafür, ihr Elternhaus zu verlassen sind dabei sehr vielfältig. Manche Kinder laufen von zuhause weg, weil sie geschlagen werden, manche verlassen ihr Heim, weil es nicht genug zu essen gibt. Manche Eltern schicken ihre Kinder allerdings auch weg, damit diese als Kinderarbeiter das magere Einkommen der Familie aufbessern. Um die Kinder langfristig wieder in ihre Familien zu integrieren, nehmen die Sozialarbeiter Kontakt zu den Familien auf. Eine Lösung wird dabei gemeinsam gesucht und einvernehmlich gefunden. Es wird kein Kind gezwungen, gegen seinen Willen zu den Eltern zurück zu kehren oder umgekehrt, wenn die Eltern sich weigern, die Kinder wieder auf zu nehmen, bleiben sie im Zentrum und werden unterstützt, ihren Schulabschluss oder eine Berufsausbildung zu machen. Letzteres ist oft bei den älteren Kindern der Fall, die schon länger auf der Straße leben und ihre "Unabhängigkeit" nicht mehr aufgeben wollen. Diesen Kindern wird eine Schul- oder Berufsausbildung angeboten; Denn ausgebildete Fachkräfte sind seltener Ausbeutungen des Arbeitgebers ausgeliefert. Eine Schulausbildung wird den Kindern in der zum Zentrum gehörenden speziellen Schule für Kinderarbeiter und Straßenkinder ermöglicht. Da ihre Lernkapazitäten oft geringer sind wird darauf geachtet, dass die Kinder eine spezielle Förderung erhalten. Auch die Eltern werden einbezogen Ist Armut in der Familie der Grund dafür, dass die Eltern ihre Kinder wegschicken mussten, so werden die Eltern vom Projekt unterstützt und es werden Möglichkeiten gesucht, die langfristig das Einkommen der Familie aufbessern. Wichtig ist auch, die Eltern zu sensibilisieren und zu organisieren und aktiv in die Arbeit einzubinden. Die Eltern der Kinder im Projekt haben sich in sogenannten Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen und unterstützen die Schule und das Zentrum tatkräftig. Ihnen werden außerdem verschiedene Fortbildungen angeboten, um zu verhindern, dass sie ihre Kinder wieder arbeiten schicken. Zudem organisieren sich die Eltern in sogenannten Sparclubs, damit sie von ihrem Einkommen zinsbringend etwas zurück legen können. So wird ihre wirtschaftliche Situation verbessert und sie sind nicht länger gezwungen, ihre Kinder in Notsituationen arbeiten zu schicken. Als präventive Maßnahme werden in den umliegenden Dörfern und Slums sogenannte Jugendclubs organisiert. Dort wird das Thema Kinderarbeit behandelt und die Eltern werden über die wichtige Bedeutung von Schulbildung aufgeklärt.
|
||||||
|
|
||||||