Wasser bedeutet Leben
Nach einer einjährigen Vorphase begann 2005 ein umfassendes Ressourcenmana-gementprojekt in fünf abgelegenen und sehr armen Dörfern mit 1640 Familien. Die Bewohner siedelten sich vor 50-60 Jahren aus dem Nachbarstaat Tamil Nadu an, als sie durch den Bau eines Staudamms ihren Grund und Boden verloren. Nicht die Lokalsprache sprechend werden sie oft diskriminiert. Von dem Projekt profitieren insbesondere die Familien von Klein- und Kleinstbauern sowie von landlosen Gelegenheitsarbeiter. Ihr Lebensunterhalt hängt von der Landwirtschaft und somit von den natürlichen Ressourcen ab, die allerdings stark degeneriert waren. Wenn Regen fiel, traf er auf einen weitgehend nackten Boden, floss ungenutzt ab und führte zu Bodenerosion. Die landwirtschaftliche Produktion reichte nicht zum Überleben und bot nur für einen Teil des Jahres Arbeit für Kleinbauern und landlose Tagelöhner. Alternative Einkommensmöglichkeiten existierten nicht. Von März bis Juni leideten die Familien unter Ernährungsmangel, Wasserknappheit herrschte sogar von November bis Mai. Um das Überleben der Familien zu sichern, waren die Männer gezwungen, während 4-8 Monaten im Jahr auf der Suche nach Arbeit und Einkommen in Städte oder umliegende Steinbrüche zu migrieren. Frauen, Kinder und ältere Menschen wurden in den Dörfern in äußerster Armut zurückgelassen und kämpften darum, wenigstens eine Mahlzeit am Tag zu haben.
Ein von der Bevölkerung getragenes Ressourcenschutzprojekt ist ein sehr viel versprechender Ansatz, diesen Teufelskreislauf aus Verschuldung und Armut zu durchbrechen und die Lebensgrundlagen dieser Menschen zu sichern. Zahlreiche wasserbauliche Maßnahmen konnten zu einer verbesserten Nutzung des vorhandenen Wassers und höherer Bodenfruchtbarkeit führen. So wurden beispielsweise Erosionsschutzwälle entlang der Höhenlinien angelegt und 237 Wasserrückhaltebecken und 57 Regenwasserauffanganlagen gebaut. Wasser wird so besser gespeichert und der Grundwasserspiegel steigt. Die Versorgung von Menschen und Tieren mit Wasser wird gesichert. Die landwirtschaftlichen Erträge steigen, was neben einer besseren Nahrungsversorgung zu mehr Arbeit und damit Einkommen führt.
490 landlose Familien wurden gezielt dabei unterstützt, zusätzliches Einkommen zu erwirtschaften und erhielten Kühe, Schafe und Hühner. So wurde eine Einkommenssteigerung von 50-100 Euro im Monat erreicht. In der Regel werden die Tiere an Frauen aus diesen Familien gegeben, die doppelt benachteiligt sind. Auch der Anbau von Futterpflanzen wird gefördert. Das gesamte Projekt wird von Frauen- und Männergruppen und deren Zusammenschlüssen auf Dorfebene getragen. Ein zentrales Anliegen des Projektes ist es daher, diese Organisationen so zu fördern, dass sie in Zukunft in der Lage sein werden, den begonnen Entwicklungsprozess ihrer Dörfer eigenständig fortzusetzen. Zahlreiche Fortbildungen zur Stärkung der organisatorischen wie technischen Fähigkeiten haben bereits stattgefunden. Alle Gruppen bilden Spar- und Kreditgemeinschaften, so dass sich die Gruppenmitglieder untereinander Geld leihen können, für Banken ihre Kreditwürdigkeit unter Beweis stellen und somit unabhängig von privaten Geldverleihern mit ihren Wucherzinsen werden. Der Schwerpunkt der einjährigen Vorphase lag in der Planung dieses umfassenden Projektes gemeinsam mit der Bevölkerung der Dörfer. Somit ist gewährleistet, dass die geplanten Aktivitäten auf die Bedürfnisse der Menschen antworten und sie sich von Anfang an mit dem Projekt identifizieren. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Armutsreduzierung und stärkt insbesondere Frauen sowie die sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen, am Entwicklungsprozess teilzuhaben.
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