Ressourcenschutz-Management von Kleinbauern, Kerala
In zehn Dörfern im Norden Keralas ist im September 2005 ein Projekt erfolgreich abgeschlossen worden, das die Lebenssituation vieler Kleinbauern deutlich verbessert hat. Das Abspülen fruchtbaren Bodens wurde vermindert und das schnell abfließende Regenwasser zurückgehalten. Die Erträge in der Landwirtschaft konnten gesteigert werden. Regenwasserauffanganlagen stellen die Versorgung mit Trinkwasser während der Trockenzeiten sicher. Schulungen weckten das Bewusstsein für Umweltprobleme und für die Notwendigkeit eines nachhaltigen Umgangs mit natürlichen Ressourcen. Durch die aktive Teilnahme an allen Aktionen sind die Kleinbauern jetzt in der Lage, die begonnenen Maßnahmen allein weiterzuführen. Auf die Unterstützung der Andheri-Hilfe sind sie nicht mehr angewiesen. Welches Ziel verfolgte das Projekt? In der Hügel- und Bergregion im Norden Keralas besitzen die Bauern oft nur ein sehr kleines Stück Land. Es reicht kaum aus, um das Überleben ihrer Familie zu sichern. Die Tellicherry Social Service Society startete dieses Projekt, um gemeinsam mit den Kleinbauern eine bessere Nutzung und einen schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen Wasser und Boden zu planen. Das Abschwemmen von fruchtbarem Boden auf den Feldern sollte verhindert und die Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens verbessert werden. Durch Aufforstung mit Bäumen mit langen Wurzeln sollten die obersten Bodenschichten zusätzlich befestigt werden. Nutzung von Kompost anstatt giftiger Chemikalien zur Steigerung der Fruchtbarkeit des Bodens, Anlegen von Gemüsegärten zur Verbesserung der Ernährung und gleichzeitig als zusätzliche Einkommensquelle, Errichtung von Regenwasserauffanganlagen zur Speicherung des Trinkwassers für Trockenzeiten speichern sowie Schulungen für die Kleinbauern, damit sie die einzelnen Maßnahmen später allein weiterzuführen können waren weitere Ziele des Projektes. Wie gelang die Umsetzung? All diese Maßnahmen wurden erfolgreich durchgeführt. Aus den Mitgliedern aus bereits bestehenden Selbsthilfegruppen wurde ein Kernteam gebildet. Dieses Team organisierte die Treffen in den Dörfern und erstellte Aktionspläne für die Durchführung des Projekts. Auch zu lokalen Regierungsstellen wurde Kontakt hergestellt, um weitere finanzielle Unterstützung zu erhalten. Die Kleinbauern bauten auf ihren Feldern Steinwälle als Erosionsschutz von insgesamt 72.750 m Länge und gruben über 9.000 Gräben aus. In den Gräben kann das Regenwasser langsam versickern, so dass der Grundwasserspiegel ansteigt, und fruchtbarer Boden wird hier aufgefangen. Hibiskushecken und Futtergraß dienen als weiterer Erosionsschutz und gleichzeitig als Tierfutter. Die Pflanzung von Obstbäumen und verschiedenen Gemüsesorten erhöht nicht nur das Einkommen der Bauern sondern ermöglicht ihnen auch eine bessere, vitaminreichere Ernährung.
Der Grundwasserspiegel in der Region ist bereits angestiegen und die Ernteerträge sind deutlich verbessert. Ausgetrocknete Brunnen führen wieder Wasser. Zusammen mit neuen Speichertanks, die Regenwasser von den Häuserdächern auffangen, stellen sie die ganzjährige Versorgung mit Trink- und Nutzwasser sicher. Die Bauern haben gelernt, wie sie die natürlichen Ressourcen bestmöglichst nutzen und wie sie schonend mit ihrer Umwelt umgehen. Sie haben erfahren, was sie durch gemeinsame Planung und gemeinsame Umsetzung erreichen können und sind jetzt in der Lage, die vorhandenen Ressourcen weiterhin optimal zu nutzen.
|
||||||||
|
|
||||||||