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Nomaden pflanzen Bäume

Drei Autostunden südlich von Jaipur dominieren Kamele und nicht Autos das Straßenbild. Als wir anhalten (wir sind übrigens per Jeep und nicht per Kamel unterwegs!), sehe ich nur einen kleinen Schuppen. Das kann unmöglich Mitrapura sein, der Ort, an dem sich 30 Gadulia Lohar Nomadenfamilien niedergelassen haben. Der kleine Schuppen entpuppt sich als die neue Dorfschule. Etwa 30 Kinder im Alter von ca. 5-13 Jahren sitzen dicht gedrängt auf dem Boden und rasseln im Chor die Buchstaben herunter, die die Lehrerin - ein Mädchen von vielleicht 17 Jahren - ihnen vorliest. Nicht gerade das Ideal einer modernen Schulbildung - aber es ist ein Anfang. Die Kinder strahlen auf jeden Fall, als sie mir ihre Tafeln mit den ersten ungelenken Hindi-Buchstaben zeigen!
Als ich aus dem Schuppen trete, sehe ich die Siedlung der Gadulia Lohars auf der anderen Straßenseite. Hier hat die Gemeinde 30 Familien jeweils ein Stück Land zugesagt. Die schriftlichen Dokumente werden sie wohl in den nächsten Wochen erhalten und dann können sie - ebenfalls mit Unterstützung des Gemeinderates - mit dem Bau einfacher Häuser beginnen. Noch leben sie unter freiem Himmel, wie sie es von ihrem Nomadenleben her gewohnt sind. Sie sind traditionell Schmiede, doch mit dem Einzug der billigen Fabrikware ist die Nachfrage nach ihren Diensten immer weiter zurückgegangen. Deshalb sind auch immer mehr Familien bereit, sich niederzulassen.
Kanya ist die einzige Frau dieses Clans, die lesen und schreiben kann. Fünf Kinder hat sie, zwei Jungen, drei Mädchen. Jetzt hat sie im Rahmen unseres Projektes von Familienplanung gehört und sich gleich für die Sterilisation entschieden. Kanya strahlt so viel Selbstvertrauen aus: „Wenn wir jetzt hier unser Dorf aufbauen, dann wollen wir ganz viel verändern: Unsere Kinder wollen wir zur Schule schicken, ich werde den anderen Frauen Lesen und Schreiben beibringen. Außerdem will ich einen kleinen Laden in unserem Dorf eröffnen.“ Die Männer stehen mit Enthusiasmus und Ideen nicht nach. Es ist großartig: Seit zwei Jahren unterhalten unser Partner, Herr Gautam, und seine Mitarbeiter regelmäßig Kontakt zu diesen Familien. Vor sechs Monaten ist es ihnen gemeinsam gelungen, eine Gemeinde zu finden, die diesen Familien Land und weitere Unterstützung anbietet. Und heute sind diese Menschen so voller Aufbruchstimmung und sprudelnd vor Ideen! Ihnen ist bewusst, dass viel harte Arbeit vor ihnen liegt - aber das sind sie gewohnt. Ich bin überzeugt, wenn ich in zwei Jahren wieder nach Mitrapura komme, dann werde ich hier ein neues Dorf vorfinden - ein schönes Dorf! Es ist noch kein Stein gebaut, doch mit großer Sorgfalt haben die Gadulia Lohars schon die ersten Bäume gepflanzt. Mit ihnen wächst die Hoffnung!

Wenn Sie diese Menschen unterstützen wollen, freuen wir uns über Ihre Spende unter dem Stichwort „Gadulia Lohar“.

Die Gadulia Lohars besitzen nur ihren Karren und das, was sie darauf verstauen können
Sie leben im Freien, kochen, essen, schlafen neben ihrem Karren
Im Vordergrund noch die Karren, im Hintergrund wachsen die ersten Häuser
Männer und Frauen bringen sich aktiv in die Planung des Aufbaus ihres Dorfes ein
Kanya ist die einzige Frau dieses Clans, die lesen und schreiben kann. Sie wird sicher eine der Führungskräfte dieser Gemeinschaft werden
Wohlhabende Dorfbewohner haben den Gadulia Lohars diese Hütte zur Verfügung gestellt: Die erste "Schule" für die Kinder
 
Zum ersten Mal haben sie eine Tafel und ein Stück Kreide in der Hand. Sie sind stolz, endlich lernen zu dürfen
Die Lebensfreude dieses kleinen Gadulia Lohar Mädchens steckt an
 

 

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