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Neue Hoffnung auf Wasser und Leben
Unsere Partnerorganisation WOTR hat die besonders trockenen Gebiete im südlichen Rajasthan ausgewählt, um mit unserer Unterstützung ein Modellprojekt zu realisieren. Wenn hier das Land „wiederbelebt“ werden kann, dann ist es überall möglich! Wir besuchen die Dörfer, in denen sich die Lehmhütten so nahtlos in die braune, karge Landschaft fügen, dass sie von weitem kaum auszumachen sind. Wie die Menschen hier von Landwirtschaft und Viehhaltung überleben, ist mir ein Rätsel. Dass Maisfladen und ein wenig Buttermilch die einzigen Nahrungsangebote sind, das sieht man den Menschen an: den Kindern mit ihren dünnen Beinchen, den ausgemergelten Frauen. Die alten Leute erinnern sich noch, dass hier alles grün war. „Der Wald war so dicht, es gab so viele wilde Tiere, dass wir uns nie allein hinein trauten“, erzählt mir ein alter Mann. In wenigen Jahrzehnten hat sich die Landschaft also völlig verändert. „Seit die Straße gebaut wurde, ist alles anders geworden“, erzählen mir die Dorfbewohner. „Früher haben wir Holz für unseren eigenen Bedarf aus dem Wald geholt. Aber mit der Straße kamen auch die Holzfäller und haben ganze LKW-Ladungen abtransportiert.“ Je mehr die Abholzung zunahm, desto verheerender wurden die Spuren des seltenen aber dann umso heftigeren Monsunregens. Heute sind die Hügel von Erosion tief zerfurcht, der fruchtbare Boden wurde immer mehr weggeschwemmt, begrub dabei noch die Saat im Tal. Viele Familien haben die Dörfer verlassen oder zumindest sind die Männer auf der Suche nach Arbeit monatelang unterwegs.
Doch jetzt haben sie Hoffnung auf ein neues Leben in ihrer Heimat. Zum einen bringt das NREG, das staatliche Programm der „Nationalen ländlichen Beschäftigungsgarantie“ neue Perspektiven: Aus jeder Familie, die unterhalb der Armutsgrenze lebt, hat ein Mitglied Anspruch auf 100 Tage bezahlte Arbeit à je 100 Rupien (knapp 2 Euro). Zum anderen konnten wir jetzt ein Ressourcenschutzprojekt zusagen: Ein ausgeklügeltes System von Gräben, Wällen und kleinen Dämmen wird das rasche Abfließen des Wassers verhindern. Jeder kostbare Tropfen kann versickern oder wird in Teichen gesammelt. Der Grundwasserspiegel steigt an, vertrocknete Brunnen führen wieder Wasser. Zwei Ernten werden realistisch. Dies alles ist hier im Jadhol Block noch Zukunftsmusik. Aber die Dorfbewohner haben bereits ihren ernsthaften Willen unter Beweis gestellt, sich mit aller Kraft für die Realisierung dieses Projektes einzusetzen: Um sich zu qualifizieren, musste jede Familie vier Tage freie Arbeitsleistung einbringen. Dass dabei alle Familien zusammen gearbeitet haben, allein das ist ein großer Erfolg in der von strengen Kastenstrukturen geprägten indischen Gesellschaft. „Ich wünsche mir, dass meine Enkelkinder wieder in diesem grünen Paradies leben können, das ich aus meiner Kindheit kenne!“, sagt mir der alte Mann. Ja, diese Hoffnung teile ich mit den Menschen in den 11 Dörfern!

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Wasser muss in Krügen oft von weit her geholt werden |
Die Häuser liegen in dieser Gegend weit verstreut auf den Hügeln |
Das Kochen auf offener Feuerstelle in der Hütte führt zu extremen Gesundheits-belastungen |
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Das ganze Dorf begleitet mich, um mir die ersten Arbeiten zu zeigen |
Von oben sieht man das ganze Ausmaß der Abholzung und Erosion - aber auch den Beginn der Arbeit |
Die Frauen haben neuen Mut gefasst, in ihrer Heimat zu überleben |
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Gemeinsam planen wir das weitere Vorgehen |
Ob dieses Baby seine Heimat wieder als grünes Paradies erleben wird? |
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