Berliner Zeitung, 06. Dezember 2008 / Feuilleton (Auszug des Artikels)
Kommt mein Geld an? - Nach der Vertrauenskrise: Immer mehr Spender erwarten transparente Hilfsorganisationen
von Abini Zöllner
...und die Deutschen sind aufmerksam, jedenfalls hat die Wirtschaftskrise noch keine Auswirkungen gezeigt. Bis Oktober wurden sogar vier Prozent mehr gespendet als im Vorjahreszeitraum. Das stimmt optimistisch, gerade während der Weihnachtskampagnen, es ist die einnahmenstärkste Saison. Jährlich spenden die Deutschen 2,45 Milliarden Euro allein für soziale Zwecke - dabei sind Katastrophen- und Kinderhilfe etwas besser zu vermitteln als Alten- und Aidshilfe. Der Spender gibt also und erhält dafür ein gutes Gewissen. Aber spendet er richtig? Spätestens seit der Unicef-Krise hat sich das Spendenverhalten geändert. Der Aufklärungsanspruch ist heute so groß wie nie: 70 Prozent aller Spender informieren sich über "ihre" Organisation.
Dabei legen Spender kaum noch Wert auf Prominente; eine Studie belegt, dass Promis mitunter sogar "kontraproduktiv" wirken. Ohnehin ist Werbung mit Leid eine Gratwanderung: Immer öfter verweigern sich Spendenwillige jeder Benefizaggressivität. Traurige Kinderaugen werden als kalkulierte Projektionsfläche empfunden, um ein schlechtes Gewissen zu vermitteln. Doch der Spender möchte informiert und nicht instrumentalisiert werden.
Mehr als die Hälfte aller großen Firmen hat interne Spendenrichtlinien. Ein privater Spender ist emotional motiviert und hat nur seinen Instinkt. Sein "Spendenhemmer Nummer eins" ist weder Herzlosigkeit, Ignoranz noch seine persönliche Finanzlage - sondern mangelndes Vertrauen. Dass Organisationen sich heute mit Währungsrisiken, Strategieplänen oder Projektevaluierungen befassen müssen, mag sturzlangweilig klingen, genau das interessiert den Spender aber. Denn es mündet in die Fragen: Kommt mein Geld an? Bewirkt es etwas? Wieviel wird in Verwaltungskosten oder Werbung gesteckt? Bekommt der Geschäftsführer ein dickes Gehalt?
In Deutschland gibt es 3 000 Organisationen, 15 000 Stiftungen, 250 000 Vereine. Eine unüberschaubare Vielfalt von humanitär-karitativen, politischen, Umwelt-, Naturschutz-, Kultur- und Denkmalpflege-Projekten. Da kann es kein verbindliches Ranking geben, aber Orientierungshilfen. Und diese sind wichtig, da Organisationen sich mit ihren Bilanzen nur dem Fiskus gegenüber offenlegen müssen, nicht aber dem Spender. Dafür gibt es, zum Erstaunen vieler, keine gesetzliche Vorschrift. Dabei erwarten immerhin 74 Prozent der Spender Rechenschaft.
Bis zum Unicef-Konflikt 2006 wusste kaum jemand, dass Provisionen für Spendenvermittler und externe Berater üblich sind. Es hagelte Verschwendungsvorwürfe. Das Spendensiegel vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) wurde aberkannt und eine Vertrauenskrise ausgelöst, weil Unicef diese Posten nicht einmal auswies. Es gab mehr als 20 Prozent Einbußen. Gut beraten, änderte Unicef rasch seine Politik, nahm - das erste Mal überhaupt - freiwillig an einem Transparenzwettbewerb teil und gelangte kürzlich unter die zehn transparentesten Organisationen.
"Wenn ein Unfall geschieht, fordern alle gleich neue Verkehrsschilder." Und bei Spenden?, fragt Lothar Schruff von der Georg-August-Universität Göttingen. Er entwickelte den ehrgeizigen Kriterienkatalog für den Transparenzpreis, den die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC) seit 2005 vergibt - und der ganz offiziell und sehr diplomatisch das Spendensiegel des DZI "nicht ersetzen, sondern ergänzen" will. Und auch das DZI will ab 2010 neue Leitlinien vorlegen. Burkhard Wilke, DZI-Chef, sagt: "Aber schon jetzt sind 30 Prozent der Erstanträge auf ein Spendensiegel nicht erfolgreich". Bis heute noch lehnt jede zehnte Organisation generell eine Offenlegung ab - eine Liste dieser Verweigerer gibt es leider nicht.
Ein Spender aus Düsseldorf, der ein Kinderdorf unterstützte, erfuhr vor vier Jahren aus einem Brief, dass Geld veruntreut und die Dorf-Unterstützung eingestellt wurde. Der Spender war entsetzt. Und er war erleichtert, dies zuerst von der Organisation und nicht aus den Medien zu erfahren.
Spenden sind Vertrauenssache
Orientierungshilfen bieten: das Deutsche Zentralinstitut, (www. dzi.de); der Deutsche Spendenrat (www. spendenrat.de) und PricewaterhouseCoopers (www.pwc.de).
PWC-Preisträger/Empfehlungen:
Kindernothilfe, Care, Ärzte ohne Grenzen, Welthungerhilfe, World Vision, Plan International, Diakonie Katastrophenhilfe, Brot für die Welt, Renovabis, Unicef, Multiple Sklerose Gesellschaft Hessen, Ärzte für die dritte Welt, Aktion Deutschland hilft, Andheri-Hilfe Bonn*, Christoffel Blindenmission, Lepra- und Tuberkulosehilfe, Leukämie-Forschungshilfe /Kinderkrebsstiftung, Caritas, Don Bosco Jugend Dritte Welt, HELP, Hermann-Gemeiner-Fonds, SOS Kinderdörfer, Oxfam, Uno-Flüchtlingshilfe.
Das DZI warnt aktuell vor: HFK Krebsallianz, VFK Krebsforschung, WER-Nothilfe (alle Berlin), Stiftung Krebsbekämpfung Duisburg.
Wichtige Kriterien für Spender: Die Organisation ist gemeinnützig, transparent, wirbt nicht aggressiv, hat viele ehrenamtliche Beschäftigte, informiert regelmäßig über Projekte und über Risiken.
Verbraucherschützer raten zur Vorsicht an der Haustür oder auf der Straße. Spender sollten den Sammelausweis einsehen, darauf achten, dass die Spendenbüchse verplombt ist, sich nicht unter Druck setzen lassen, Infomaterial verlangen, keine Daten herausgeben
*Andheri-Hilfe erhiehlt 2007 einen Sonderpreis für Transparenz von PricewaterhouseCoopers (www.pwc.de).
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18. Oktober 2008 - Allgemeine Zeitung - Mainz
Die Assistentin von St. Martin
Dank ihrer "kleinen Botschafter" können 300 Menschen wieder sehen
Einen Blinden wieder sehend machen - oft muss dafür ein Wunder her, aber manchmal reichen schon 40 Euro. Die Lehrerin Ulrike Hanschur und ihre kleinen "Botschafter für mehr Menschlichkeit" haben bereits 300 Menschen das Augenlicht geschenkt. Und gerade in der Zeit um St. Martin ist das Thema aktuell.
Von Kirsten Strasser
Kinder und ihre Schicksale, sie rühren Ulrike Hanschur. Ob es nun um Kinder in ihrer Klasse geht - die 47-Jährige ist Lehrerin an der katholischen Martinushauptschule Weißliliengasse -, oder um ein kleines Mädchen aus Bangladesch. Hasna war elf, als sie erblindete und zu einem Leben in völliger Dunkelheit verurteilt schien. Und sie war 14, als ein gütiges Schicksal dieses Urteil wieder aufhob. Die Andheri-Hilfe aus Bonn ermöglichte dem Kind die Operation - und schenkte ihm Licht und Leben.
Ulrike Hanschur, die vor dem Fernseher saß und den Bericht über Hasna und ihre Rettung sah, war fassungslos: Einen Menschen in Bangladesch am Grauen Star zu operieren, kostet gerade mal 40 Euro. Wieder sehen können - für den Preis von fünf Pizzas! Die Lehrerin erzählte "ihren" Kindern in der 5a von Hasnas Rettung. Und so begann vor zwei Jahren ein Schulprojekt, das bis heute gewachsen und gewachsen ist.
Jetzt sind Ulrike Hanschurs Schüler bereits in der siebten Klasse - und immer noch für die Andheri-Hilfe aktiv. Selbstverständlich ist das nicht - denn ihr Projekt begann als an der Schule übliche Martinsaktion, und die ist normalerweise auf ein paar Wochen begrenzt. Auch Ulrike Hanschurs Schüler begannen ganz klein. Buken Kuchen und verkauften ihn, starteten eine "Blinden"-Aktion auf dem Leichhof, liefen mit der Spendenbüchse herum, texteten ein Lied, das Ulrike Hanschurs Ehemann Jürgen dann vertonte. Doch den Kindern fielen immer neue Espresso
Ideen ein, wie sie denn zu Geld für die Andheri-Hilfe kommen könnten - und so wurde aus der Martinsaktion schließlich ein Dauer-Projekt. "Manchmal bin ich schon sehr gerührt, wenn ich ihre Hilfsbereitschaft spüre", lächelt Ulrike Hanschur. "Manche Kinder haben schon ihr komplettes Taschengeld für unser Projekt abgeliefert. Und gerade die Jungen und Mädchen, denen es vielleicht nicht so gut geht, die wollen am meisten helfen."
Ulrike Hanschurs Truppe wurde weit über die Grenzen von Mainz hinaus bekannt. Sogar das Fernsehen berichtete über die kleinen "Botschafter für mehr Menschlichkeit", wie sie bald hießen. Bereits mehrmals durften sie nach Bonn reisen - und dort die Frau kennen lernen, die die Andheri-Hilfe vor 40 Jahren gegründet hat. Rosi Gollmann, eine heute 80-jährige ehemalige Religionslehrerin, nahm die Mainzer Kinder ganz fest in ihre Arme. "Sie ist eine tolle Frau", ist auch Ulrike Hanschur froh, dass sie die alte Dame, die so viel für die Menschen in Bangladesch tut, kennenlernen durfte.
Die kleinen "Botschafter" sind schon mehrfach ausgezeichnet und von Ministerpräsident Kurt Beck empfangen worden. Was sie aber ganz besonders stolz macht: Das Emblem der mobilen Augencamps in Bangladesch, in dem die Menschen operiert werden, ist heute das Symbol der Martinusschule - der Heilige Martin. "Als die Kinder das auf Fotos gesehen haben, waren sie sehr glücklich", freut sich Ulrike Hanschur mit den Kindern.
Ulrike Hanschur und die "Botschafter" vorm Schutzpatron ihrer Schule, dem St. Martin. In ihren T-Shirts proben die Kinder für einen großen Auftritt - sie sind an diesem Samstagabend zu Gast bei der "World Sharety Gala" in Frankfurt. Foto:Sascha Kopp
300 Menschen haben die Mainzer "Botschafter" schon die Augen-OP ermöglicht, und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. "Wir werden immer mehr", lacht die 47-Jährige, deren eifrigster Assistent in Sachen Andheri-Hilfe übrigens Sohn Leonard (11) ist. Mittlerweile unterstützen auch andere Klassen der Martinusschule das Projekt, und die Messdiener der Pfarreiengemeinschaft Langenlonsheim sind auch eingestiegen. Der Botschafter-Rap "Hey Du, komm mach doch mit" ist mittlerweile offizielles Lied der Andheri-Hilfe, und Ulrike Hanschurs Kinder werden es auch an diesem Samstagabend singen, wenn sie bei der "World Sharety Gala" in Frankfurt auftreten.
"Auch Du bist Sankt Martin", das ist der große Gedanke, den die Budenheimerin Ulrike Hanschur ihren Schülern vermitteln will. Aber nicht nur die Blinden in Bangladesch profitieren von dem Projekt, sondern auch die Kinder selbst. "Sie erreichen viel, und das macht selbstbewusst. Es wird sie voranbringen", ist sich die Pädagogin ganz sicher. __________________________________________________________________
Kölner Stadtanzeiger vom 19.06.08
Schule und Brunnen gebaut
Von SUSANNE NEUMANN
Rosi Gollmann gründete im Jahr 1967 die Andheri-Hilfe Bonn. Auch das Brühler St.-Ursula-Gymnasium engagiert sich für das Projekt, das Arme in Indien und Bangladesh unterstützt. Chor, Orchester und Bigband des St.-Ursula-Gymnasiums Brühl gaben ein Sommerkonzert zugunsten der Andheri-Hilfe.
Wenn das St.-Ursula-Gymnasium zum Sommerkonzert in das Atrium der Schule einlädt, profitiert normalerweise die Fachschaft Musik von den Spenden der Zuhörer. In diesem Jahr ist das anders. Die rund 2 000 Euro, die am Dienstagabend aus den Reihen des Publikums gespendet wurden, fließen ohne Abzug in ein noch auszuwählendes Projekt der „Andheri-Hilfe Bonn“. Der Anlass: Seit 40 Jahren unterstützen Schüler, Eltern und Lehrer des St.-Ursula-Gymnasiums diese Organisation, die die Bonnerin Rosi Gollmann im Jahre 1967 gründete und die in Indien und Bangladesh Armen und Kranken hilft, sich selbst zu helfen.
Insgesamt fast 471 000 Euro hat die Schule zwischen 1968 und 2007 in Projekte der Andheri-Hilfe Bonn gesteckt. Alle zwei Jahre schnellen die Jahreserträge, die aus Spenden und Aktionen der Schüler zusammenkommen, auf weit über 20 000 Euro hoch. Nämlich dann, wenn das Gymnasium wieder ein Schulfest zugunsten seiner Andheri-Hilfe-Projekte veranstaltet. „Wir wollen keine Rekorde aufstellen, es geht um die Sache“, bleibt Schuldirektor Werner Otte bescheiden. Im Mittelpunkt stehe das Schulfest, bei dem die Klassen mit Aufführungen und Spielen für gute Unterhaltung sorgten und gestiftete Speisen und Getränke Geld für Indien in die Kasse brächten. Sie spüre an dieser Schule den „Geist der Freude“, bestätigt Rosi Gollmann. „Es muss ja nicht immer Mitleid sein, das zum Helfen motiviert.“
Eine Lehrerin des Gymnasiums hatte die damalige Schuldirektorin Maria Strack im Jahre 1968 dafür gewinnen können, der Schülerschaft die Unterstützung der Andheri-Hilfe Bonn vorzuschlagen. Fast alle Klassen übernahmen damals Patenschaften für Kinder, die in einem indischen Kinderheim unter menschenunwürdigen Bedingungen lebten. Noch im gleichen Jahr organisierte die Schule den ersten „Andheri-Bazar“, der seitdem regelmäßig stattfindet und zwischen 1968 und 1982 273 280 Mark für das Kinderheim einbrachte. 1982 stemmte die Schule dann ihr erstes eigenes Projekt: Sie finanzierte den Bau einer Schule und eines Kinderzentrums, in dem Kinder leprakranker Eltern tagsüber betreut werden. Als sich dieses Projekt selbst trug, finanzierte das Gymnasium den Bau, die Ausstattung und sogar den Unterhalt eines Behandlungszentrums für körperbehinderte Kinder in Südindien. Das Zentrum trägt den Namen „Ursula“. Zwischen 1998 und 2004 trug das St.-Ursula Gymnasium finanziell ein Projekt gegen Kinderarbeit. Am Bau von Brunnen in 43 indischen Dörfern beteiligte sich die Schule bis 2006.
„Wir müssen der Andheri-Hilfe Bonn jedesmal zusichern können, dass wir den finanziellen Bedarf eines neuen Projekts aufbringen werden“, erklärt Studiendirektor Wilhelm Schumacher, der sich am St.-Ursula-Gymnasium um die Andheri-Hilfe kümmert. „Bisher haben wir das immer geschafft. Und wir sind zuversichtlich, dass das auch so bleibt.“ Welches große Projekt als Nächstes gestemmt wird, steht noch nicht fest.
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Kölner Stadtanzeiger vom 14.05.2008
Labyrinth für globale Hilfsprojekte
Bonn - Im weiten Grün der Rheinaue fällt es direkt ins Auge. Dort unten im Tal, auf der Kleinen Blumenwiese, liegt es: 1750 Quadratmeter Fläche, 54 Meter Durchmesser, gefertigt aus 600 knallig blauen Regenwasserrohren, orangen Kunststoffplanen und sechs Kilometer Seil: eines der größten mobilen Labyrinthe der Welt. „Seit Montag haben acht Leute jeden Tag 14 Stunden daran gearbeitet“, berichtet Rolf Rau, der Designer des Irrgartens. „Mittlerweile ist das Labyrinth schon eine richtige Bonner Institution.“
Es ist sogar mehr als das, nämlich Gold wert. Seit 2000, als das „Verlaufspiel“ für Kinder und Erwachsene zum ersten Mal begann, hat es den Beitreibern insgesamt 40 000 Euro eingebracht - eine schöne Spende an globale Hilfsprojekte. In diesem Jahr soll das Geld nach Südindien gehen. „Viele Kinder arbeiten dort in Fabriken, auf dem Feld oder in Steinbrüchen“, sagt Elvira Greiner von der Bonner Andheri-Hilfe. 60 Euro reichten schon aus, um Kinder aus der Arbeit in die Schule zu führen. Es zählt die Symbolik, meint Greiner: „Die Kinder in Bonn spielen im Labyrinth - und tun zugleich noch etwas Gutes für die Kinder in Indien.“ Die werden sich freuen - nun hat das Labyrinth (zunächst bis zum 30. Juni) täglich zwischen 9 und 22 Uhr geöffnet. Der Weg durchs Labyrinth zum Aussichtsturm sei für alle nicht zu schwer und nicht zu leicht, sagt Rau. Doch den Kindern fällt es leichter, weiß er: „Sie finden das Ziel schneller als Erwachsene und gehen danach nochmal und nochmal und nochmal. . .“ (pwk)
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Fränkischer Tag , 29. Juni 2007

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Aus blinden Menschen Sehende machen
Die Andheri-Hilfe mit ihrer Gründerin Rosi Gollmann feiert 40-jähriges Bestehen mit Lied-Premiere und dem Start von 400 bunten Luftballons vor dem Alten Rathaus beim Europatag
Von Michael Friedrichs
"Angefangen hat alles mit einem Zeitungsbericht über Not leidende Findelkinder in einem Heim in Andheri, einem Vorort von Mumbai in Indien", erinnerte sich Rosi Gollmann am Samstag anlässlich einer Feierstunde zum 40-jährigen Bestehen ihrer Privatinitiative, aus der im Laufe der Jahre Dank tatkräftiger und ehrenamtlicher Unterstützung eine professionelle Entwicklungshilfeorganisation geworden ist. "Das war Ende der 50er Jahre und seit dem hat mich das Thema nicht mehr losgelassen", betonte die ehemalige Berufsschullehrerin für Religion und Soziales.
Erste Hilfsprojekte für das Waisenhaus in Andheri und eine Schiffsreise nach Indien folgten kurze Zeit später. "Heute unterstützen wir rund 330 Projekte in Indien und Bangladesh", so die 80-Jährige, die seit sechs Jahren Ehrenvorsitzende der Andheri-Hilfe ist. "Rosi Gollmann hat zu einer Zeit Initiative ergriffen, als es noch nicht selbstverständlich war", lobte Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann das Lebenswerk der Bonnerin. Die Arbeit der Andheri-Hilfe sei weit über Bonn hinaus bekannt. Die Einbindung des Jubiläums in den Europatag der Stadt sei deshalb auch ein Zeichen der Wertschätzung des Vereins.
Öffentlich gefeiert wurde das Jubiläum mit einem Massenaufstieg von rund 400 bunten Luftballons vor dem Alten Rathaus und dem eigens zum 40-jährigen Bestehen der Andheri-Hilfe komponierten Lied "Hey du, komm mach doch mit". Der Sänger und Entertainer Franz Berens stellte es gemeinsam mit Schülern der Mainzer Martinus-Grundschule und der Matthias-Claudius-Grundschule aus Endenich sowie dem Kinder- und Jugendchor der Thomaskirche aus Bonn-Röttgen vor. "Mehr als eine Millionen Augenoperationen konnte die Andheri-Hilfe in Bangladesh bereits durchführen, um aus blinden Menschen Sehende zu machen", betonte die Vorsitzende Elvira Greiner.
Mehr als 200 000 Kinderarbeiter erhielten Dank der vielen Spender eine Chance auf einen Schulbesuch und eine Berufsausbildung, mehr als 300 000 Frauen konnte durch Kleinkredite der Aufbau einer Lebensgrundlage für sich und ihren Familien ermöglicht werden.
"In Indien gibt es derzeit zwar einen großen wirtschaftlichen Aufschwung", sagte Greiner. Dennoch lebten fast 300 Millionen Menschen täglich von einem Dollar oder weniger. "Gemeinsam können wir viel erreichen", so der Appell der Andheri-Helferin. Für zehn Euro könnte eine Familie einen Küchengarten anlegen und nur 40 Euro koste eine lichtbringende Augenoperation
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Bonner General-Anzeiger, 26. Februar 2007
Stehende Ovationen für Gründerin der Andheri-Hilfe
Vor 40 Jahren begann die Geschichte der Hilfsorganisation in Bonn
Von Anja Kiessling
Bonn. Ein Rundgang durch Bangladeschs Hauptstadt Dhaka brannte sich tief in Rosi Gollmanns Gedächtnis: Im Schatten der grellbunten Märkte starrten Kinder durch trübgraue Linsen ins Leere. Blinde lagen am Straßenrand herum, "man stolperte fast über sie.

Ich plante, etwas zu tun", erinnert sie sich. "Was willst du mit deiner kleinen Organisation bei ein oder zwei Millionen Blinden im Land schon ausrichten", fragten die Skeptiker gleich reihenweise. "Mit dem Ersten anfangen", erwiderte Gollmann und hielt Wort: Seitdem hat die Andheri-Hilfe mehr als einer Million Blinden eine lichtspendende Augenoperation ermöglicht.
Mit stehenden Ovationen feierten am Sonntag im Alten Rathaus rund 500 Gäste, darunter Europaabgeordnete Ruth Hieronymi und Journalist Franz Alt, die Gründerin und Ehrenvorsitzende der Andheri-Hilfe Gollmann. OB Bärbel Dieckmann freute sich bei der Auftaktveranstaltung zur Jahrespartnerschaft mit der Andheri-Hilfe, "diesmal eine Ur-Bonner Organisation zu unterstützen".
In einer Mietwohnung im Bonner Norden trafen sich vor genau 40 Jahren die Religionslehrerin Gollmann und ihre Weggefährten zur Gründung des gemeinnützigen Vereins. Aus der Privatinitiative erwuchs eine professionelle Hilfsorganisation: Heute fördert die Andheri-Hilfe in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnern 300 Projekte in Indiens und Bangladeschs Armutsgebieten.
"Sieben Ziele für 2007" prägen die Jahrespartnerschaft der Stadt Bonn mit der Andheri-Hilfe unter dem Motto "Gemeinsam für mehr Menschlichkeit". Das reich bebilderte Programm illustriert, was überschaubare Spenden bewirken: So kostet die Augenoperation für Blinde 40 Euro. Mit nicht viel größeren Beträgen kann man Straßenkindern den Schulbesuch ermöglichen, Dorffamilien zu Solarlampen verhelfen, Slums mit Sanitäranlagen ausstatten.
Biogas-Anlagen kosten 240 Euro, Setzlinge zum Anbau eines Küchengartens zehn Euro. Mit geradem Blick hält Saluni Pradhan den Betrachtern ihres Portraits fleischigen Blumenkohl entgegen. Unterstützt von der Andheri-Hilfe, ernährt Pradhan aus dem bettelarmen Dorf Parapanka ihre Familie inzwischen durch den Gemüseverkauf selbst. Eine Spende von 100 Euro reicht zum Aufbau eines solchen Kleinunternehmens.
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Bonner General-Anzeiger, 24./25. Februar 2007
Die Steinbruch-Kinder können jetzt zur Schule gehen
JAHRESPARTNERSCHAFT In Chennai ermöglicht die Andheri-Hilfe Bonn ehemaligen Kinderarbeitern eine Ausbildung. GA-Leser können die Arbeit in Indien mit ihrer Spende unterstützen
Von Bettina Köhl
BONN. Der feine Steinstaub kriecht in jede Ritze und die Maschinen machen einen Höllenlärm. "Schon nach einer Viertelstunde möchte man nur noch weg", sagt Elvira Greiner, Vorsitzende der Andheri-Hilfe Bonn. Doch die Arbeiterinnen in den Steinbrüchen von Chennai (Madras) zerkleinern dort den ganzen Tag Gesteinsbrocken zu Schotter für den Straßenbau. 80 Cent am Tag verdienen sie mit diesem Knochenjob.
Vor fünf Jahren hat Andheri-Hilfe mit indischen Partnern Projekte gestartet, um die Situation der Steinbrucharbeiter zu verbessern. Mit den Spenden von GA-Lesern will die Hilfsorganisation nun dafür sorgen, dass mehr Kindern und Frauen eine Zukunft bekommen. Die Andheri-Hilfe ist 2007 Jahrespartner der Stadt Bonn. Am Sonntag findet im Alten Rathaus die Auftaktveranstaltung statt. "Vor einigen Jahren hat man in den Steinbrüchen noch viele Kinderarbeiter gesehen", berichtet Greiner, die gerade von einer Indienreise zurückgekehrt ist. Inzwischen wird das Verbot gefährlicher Kinderarbeit eingehalten.
Doch die Menschen leben weiterhin in winzigen Baracken ohne sanitäre Einrichtungen. "Hier wird kaum jemand älter als 40 Jahre", sagt Greiner. Erste Erfolge der Arbeit werden jedoch sichtbar: Steinbruchbesitzer haben Gebäude für Kindergärten zur Verfügung gestellt, die Andheri-Hilfe sorgt für Erzieherinnen und Spielsachen. So müssen die Mütter ihre Kleinkinder nicht mehr mit in den staubigen Steinbruch nehmen.
Eine Ausbildung ist die einzige Chance, dem harten Leben am Rande des Steinbruchs zu entkommen. Die Andheri-Hilfe setzt auf Selbsthilfe und fördert diese auch beim Nachwuchs. In jeder Siedlung haben sich Kinderparlamente gegründet. Elvira Greiner traf eine "Bildungsministerin", selbst noch Schülerin, die mit Nachhilfestunden dafür sorgt, dass schwächere Schüler nicht die Schule abbrechen. Der "Gesundheitsminister" hat in seiner Gemeinde das Thema Hygiene angesprochen. Als sich nichts tat, haben die Kinder zuerst vor der Haustür des Gemeindevorstehers aufgeräumt, dem das sehr peinlich war. "Schon die Kinder lernen, wie Demokratie funktioniert", sagt Greiner.
Auch die Situation der Frauen, die in den Steinbrüchen die schwerste Arbeit machen, verändert sich langsam. Sie sparen kleine Beträge, um in der Regenzeit ohne Arbeit nicht in die Hände der Geldverleiher zu fallen.
Damit die Projekte an den Steinbrüchen von Chennai weiter laufen können, ist die Andheri-Hilfe auf Spenden angewiesen. 17 Euro kostet das Spiel- und Lernmaterial für ein Kinderzentrum, eine Frauengruppe bekommt 52 Euro Zuschuss.
Die Andheri-Hilfe Bonn hat für die Spenden der GA-Leser ein Sonderkonto eingerichtet mit der Nummer 19 00 75 11 30 bei der Sparkasse KölnBonn, BLZ 370 501 98.
Bonner General-Anzeiger, 19. Januar 2007
Die andere Seite von Bollywood und Wirtschaftsboom
JAHRESPARTNERSCHAFT Die Andheri-Hilfe Bonn kümmert sich um Bedürftige in Indien und Bangladesch. Anfangs ging es um die tägliche Hand voll Reis, heute um Ausbildung, Arbeit, Wohnen und Blindenheilung
Von Bettina Köhl
Bonn. Die Bonner Andheri-Hilfe hat mehr als 100 000 Kinderarbeiter befreit, mehr als 200 000 Bäume gepflanzt, mehr als 500 000 Frauen ein Leben in Würde ermöglicht und mehr als eine Million Augenoperationen durchgeführt. Eine stolze Bilanz, doch lange nicht genug. Die Andheri-Hilfe ist Jahrespartner der Stadt Bonn und hat unter dem Motto "Gemeinsam für mehr Menschlichkeit" sieben Ziele für 2007 ausgerufen. Mit Unterstützung der Bonner will die Hilfsorganisation mehr Blinde in Bangladesch heilen, mehr Straßenkindern und Kinderarbeitern eine Berufsausbildung ermöglichen, mehr armen Familien eine Solarlampe zur Verfügung stellen, mehr Menschen beim Bau von eigenen Toiletten unterstützen, mehr Frauen Zugang zu Kleinkrediten ermöglichen, mehr Kleinbauern beim Bau einer Biogas-Anlage unterstützen und durch mehr Küchengärten die Ernährung von Kindern verbessern.
Vor 40 Jahren gründete die Bonnerin Rosi Gollmann die Andheri-Hilfe. Ein Zeitungsartikel hatte die Religionslehrerin auf die unbeschreibliche Not indischer Findelkinder in einem Waisenhaus in Andheri bei Bombay aufmerksam gemacht. Ihre erste Indienreise 1961 gab dem Leben der ohnehin sozial engagierten Frau eine Wende. Als sie 1967 die Hilfsorganisation gründete, ging es um die tägliche Hand voll Reis für die 800 Kinder des Waisenhauses. Inzwischen fördert die Andheri-Hilfe Bonn rund 400 Projekte in Indien und Bangladesch. Gerade war die heute 79-jährige Rosi Gollmann wieder in Indien, um zwei Jahre nach dem Tsunami ein neues Dorf einzuweihen. "Viele Menschen sind immer noch traumatisiert", berichtet sie. Ein jahrtausendealtes, tief verwurzeltes System erschwert im überwiegend hinduistischen Indien die Arbeit der Andheri-Hilfe. Sie kümmert sich vor allem um Kinder, Frauen, Unberührbare, Ureinwohner, Behinderte und Leprakranke - um alle die, die weder am Glamour von Bollywood noch am Wirtschaftsboom teilhaben.
Für das Partnerschaftsjahr sind zahlreiche Veranstaltungen geplant. Am 25. Februar findet der offizielle Auftakt im Alten Rathaus statt. Am Gründungstag, dem 5. Mai, gibt es ein Konzert im Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses. Am 9. Juni, dem 80. Geburtstag von Rosi Gollmann, feiert die Andheri-Hilfe ein Sommerfest. Eines hat sich in 40 Jahren nicht geändert: Wie in den Anfängen, als Rosi Gollmann die Spendeneingänge noch per Hand auf Karteikarten vermerkte, haben weder Spender noch Hilfeempfänger Nummern, sondern Namen.
Die Andheri-Hilfe hat für die Spenden von GA-Lesern ein Sonderkonto mit der Nummer 19 00 75 11 30, bei der Sparkasse Köln Bonn, Bankleitzahl 370 501 98, eingerichtet. Infos zu den Projekten im Internet unter www.andheri-hilfe.org.
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Eßlinger Zeitung, 5. Mai 2006
"Indien ist Traumland und Albtraumland". Ein Bericht über den Besuch der Ehrenvorsitzenden der Andheri-Hilfe Bonn bei Asha Varadi in Köngen.
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Laura (wöchentlich erscheinende Frauenzeitschrift), 8. März 2006
"Heute bin ich froh, dass
meine Tochter leben darf". Ein Artikel von Gitta Schröder über die Arbeit der Andheri-Hilfe in Madurai/Südindien.
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Bonner General-Anzeiger, 23. November 2005, S. 7
Sie arbeitet für
eine bessere Welt
AUSZEICHNUNG
Rosi Gollmann,
Gründerin der Andheri-Hilfe Bonn,
erhält das Bundesverdienstkreuz
"Eine bessere Welt ist möglich, aber wir müssen alle mit anpacken", sagt eine, die es wissen muss: Rosi Gollmann, Gründerin und Ehrenvorsitzende der Andheri-Hilfe Bonn. Ein Zeitungsbericht über die Not indischer Findelkinder in Andheri, einem Vorort von Bombay, gab der damaligen Religionslehrerin den Anstoß. Zuerst packte sie mit ihren Schülern Pakete für die Waisen, heute fördert die Andheri-Hilfe mehr als 400 Projekte als "Hilfe zu Selbsthilfe". Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann überreichte Rosi Gollmann gestern das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. "Aus einer Reise nach Andheri ist eine große Liebe entstanden", sagte Dieckmann und dankte der 78-jährigen Bonnerin herzlich. Ihre Arbeit mache deutlich, was bürgerliches Engagement bewirken könne.
Die Feierstunde im Alten Rathaus war begleitet von Gesang und indischem Tanz. Rosi Gollmann warb für mehr Entwicklungszusammenarbeit. Die große Spendenbereitschaft nach dem Seebeben in Ostasien dürfe nicht davon ablenken, dass täglich 30 000 Kinder an Hunger sterben. "Das ist Tag für Tag ein Tsunami." Die Bilanz der Andheri-Hilfe spricht für sich: 2003 führt sie in Bangladesch die millionste Augenoperation durch, sie hat bisher etwa eine halbe Million Frauen gefördert, 100 000 Straßenkindern und Kinderarbeitern eine Ausbildung ermöglicht und 30 000 behinderte Kinder und Jugendliche betreut. "Diese Auszeichnung haben viele, viele verdient", sagte Gollmann. Ohne die Partner, ohne den Arzt, der die Blinden untersucht, den Mitarbeiter, der trotz Gefahr für sein Leben Frauen von der Straße holt oder Kinderarbeiter befreit, sei die Arbeit nicht möglich.
Spenden an die Andheri-Hilfe Bonn, Konto 40 006, Blz. 370 501 98.
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Rheinzeitung, 5. November 2005, S. 3

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Bonner General-Anzeiger, 5. Juni 2005, S. 10
Nur strahlende Gesichter gab es kürzlich in der Gemeindehauptschule Wachtberg , als die Schüler Benjamin Schlieber und Alexandra Zilke an Elvira Greiner von der Andheri-Hilfe Bonn 1200 Euro für den Bau eines Hauses für indische Flutopfer übergeben konnten. Nach der Tsunami-Katastrophe nach Weihnachten 2004 hatte auch an der Schule starke Betroffenheit geherrscht. "Auch wir wollen helfen", war der eindeutige Tenor unter den Kindern. "Wir wollen aber wissen, was mit dem von uns gesammelten Geld passiert". Deshalb nahm die Schule Kontakt mit der renommierten Hilfsorganisation auf. Die katholische Religionsgruppe der Klasse 10 AI und 10 AII startete eine Aktion mit Plakaten und Informationsmaterial. In allen Klassen wurde gesammelt. Die Klasse 6 b veranstaltete einen Frühlingsmarkt. Die Zehnerschüler verkauften selbstgebackene Waffeln, Lehrer boten selbst hergestellten Schmuck an. Auch dank eines Pizza-Verkaufs und einer Spende des Schulkiosks war dann bald eine hohe Summe zusammen, die von der Schülerzeitung noch großzügig aufgerundet wurde. Bei der Übergabe des Geldes wünschten sich die Schüler dann noch, dass 200 Euro der Gesamtsumme vor Ort für für Kinder wichtige Dinge ausgegeben werden, auch wenn diese vielleicht nicht lebensnotwendig sein sollten. Symbolisch überbrachte die Schülerschaft bei der Feier im Beisein von Bürgermeister Theo Hüffel Elvira Greiner denn auch schon einige in diesem Sinn symbolische Gegenstände: Spielsachen, Buntstifte und Süßigkeiten. Die Vertreterin der Andheri-Hilfe versprach, die Hauptschüler bald über die Nutzung der Gelder zu informieren. ham |
Bonner General-Anzeiger, 31. Mai 2005, S. 7
Award 2005 für Rosi Gollmann Andheri-Hilfe
Club of Budapest ehrt eine Frau, die Blinden das Licht brachte
Rosi Gollmann, Gründerin und Ehrenvorsitzende der Bonner Andheri-Hilfe, erhielt am Sonntag, 29. Mai, im vollbesetzten Landestheater Neuss den Award 2005 des Club of Budapest. Mit diesem weltweit angesehenen Preis werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die mit ihrem Engagement, Fähigkeiten und ethischen Grundsätzen globales und zukunftsweisendes Denken in vorbildlicher Weise umgesetzt haben.
Preisträger waren unter anderem Nelson Mandela für sein historisch herausragendes Beispiel einer Versöhnung zwischen Unterdrückten und Privilegierten. Ferner Prof. Dr. Vadim Sagladin, der als engster Berater Michail Gorbatschows die Konzeption für die Perestroika entwickelt hat. Die Laudatio für Nelson Mandela hielt Professor Erwin Laszlo, Präsident des Club of Budapest International; für Prof. Sagladin Professor Rita Süssmuth.
Der bekannte Journalist und Buchautor Franz Alt würdigte in seiner Laudatio das Lebenswerk Rosi Gollmanns. Sie hat mit ihrer Andheri-Hilfe in nunmehr 38 Jahren mehr als eine Million lichtbringende Operationen für Blinde in Bangladesch ermöglicht, in Indien etwa einhunderttausend Straßenkinder und Kinderarbeiter "befreit" und zu Schul- und Berufsausbildung gebracht, unterprivilegierten Frauen in Tausenden von Gruppen Menschenwürde und Anerkennung zurückgegeben.
In ihren Dankesworten hob Rosi Gollmann den großen Einsatz der Partner und Betroffenen vor Ort hervor, in deren Namen sie gern die hohe Auszeichnung entgegennehme. an

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Aachener Zeitung, Nordkreis-Ausgabe, 11. April 2005, S. 9
Starkes Zeichen der Solidarität
Bei einer großen Benefizveranstaltung sammelt die Stadt Baesweiler über 18.000 Euro für Flutopfer im indischen "Partnerdorf" Nagor Pattiacherry
Christian Rein
Baesweiler. Rund 1400 Menschen leben heute noch in dem indischen Fischerdorf Nagor Pattiacherry an der südindischen Ostküste in der Region Madras. Bei dem verheerenden Tsunami am zweiten Weihnachtsfeiertag starben hier fast 800 Menschen. Die überlebenden kämpfen mit den Folgen der Flutwelle: Krankheit, Hunger, Obdach- und Arbeitslosigkeit sowie schlechten hygienischen Verhältnissen. Hilfe erhalten die Dorfbewohner jetzt aus Baesweiler, das eine "Partnerschaft" mit Nagor Pattiacherry eingegangen ist - informell und doch verbindlich: Bei einer großen Benefizveranstaltung, die gestern in der Dreifachturnhalle des Gymnasiums stattfand, sammelte die Stadt alleine bis 18.30 Uhr über 18000 Euro an Spendengeldern, die mittels der Organisation Andheri Hilfe Bonn dem indischen Fischerdorf zugute kommen.
Schon der Auftakt der Großveranstaltung mit dem Charakter eines Familienfestes war beeindruckend: Rund 250 Kinder aus elf Kindergärten hatten am Vormittag bei einem "Sponsored Walk" die stolze Summe von rund 5500 Euro gesammelt, die sie Bürgermeister Dr. Willi Linkens übergaben. Der freute sich, dass die Stadt "abermals ein deutlich Zeichen der Solidarität setzt." Bereits 2002 und 2003 hatte es Benefizveranstaltungen zugunsten der Hochwasseropfer an der Oder und der Kinder im Irak gegeben, erinnerte der Bürgermeister. Linkens bedankte sich besonders bei seiner Mitarbeiterin Angelika Breuer sowie bei Kulturamtsleiter Wolfgang Ohler und dessen Stellvertreter Pierre Froesch, die die veranstaltung organisiert hatten.
Auch Elvira Greiner, Vorsitzende der Andheri Hilfe Bonn, war sehr beeindruckt von der Spendenbereitschaft der Baesweiler Bevölkerung: "Es ist schon etwas sehr Besonderes, dass sich ein ganzer Ort auf diese Weise engagiert", zeigte sie sich von den insgesamt rund 2000 Besuchern beeindruckt. Elvira Greiner erläuterte mit Diavorträgen im PZ eindrucksvoll, wofür die Hilfe benötigt und wie das Geld verwendet wird. Im Januar war sie in Nagor Pattiacherry, um sich ein Bild von der Situation zu machen. "Traditionell kümmert sich Andheri Hilfe besonders um die Kinder", sagte Greiner. So hätten viele noch immer nicht verstanden, was passiert sei und seien durch das Erlebnis traumatisiert. "Hinzu kommt, dass sie erfahren mussten, dass ihre Eltern sie nicht schützen können." Psychologische Betreuung sei notwendig. Zudem werde zusätzliche Nahrung benötigt, aber auch viele einfache Dinge, wie Schulhefte und Bücher oder Kleidung.
Darüber hinaus will die Andheri Hilfe Bonn Hilfe zur Selbsthilfe leisten, indem sie den Frauen der Fischer, die bisher mit dem Verkauf des Fangs ihren Lebensunterhalt bestritten haben, über verschiedene Ausbildungen andere Einkommenswege vermittelt. Aber auch Jugendliche werden zu Maurern, Tischlern oder Bootsbauern geschult. "Wer sollte sonst den Wiederaufbau leisten?", fragt Greiner. Um die Hilfe aus Baesweiler transparent zu gestalten, ist es Greiner ein Anliegen, zukünftig immer wieder mit Bildmaterial und Berichten, gegebenenfalls auch mit persönlichen Vorträgen darüber zu informieren, was mit dem Geld konkret passiert.
In der Turnhalle sorgte indes ein buntes Programm für Jung und Alt für Stimmung, durch das der Kabarettist Jürgen Beckers in gewohnt satirischer Art führte. Da gab es musikalische Beiträge, Spiele und vor allen Dingen kulinarische Genüsse. So bot etwa der Ausländerbeirat mit Unterstützung der Moschee in der Breitestraße türkische Leckereien an. "Für uns war es von Anfang an selbstverständlich zu helfen", sagte die stellvertretende Vorsitzende des Beirats, Aynur Akay. "Das kommt von Herzen." Und es kam bei den Besuchern gut an: "Jeder kann in so eine schwierige Situation kommen, da ist es ganz wichtig, sich untereinander zu helfen", sagte etwa Heinz Mallems, der mit seiner Familie gekommen war. Sylvia Seifert, deren Tochter sich am Sponsored Walk beteiligt hatte, führte die Spendenbereitschaft darauf zurück, dass schon im Vorfeld klar war, wohin das Geld fließt. Die Bewohner von Nagor Pattiacherry werden es den "Partnern" aus Baesweiler danken.
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Backnanger Kreiszeitung, 12.03.2005
Stihl hilft Tsunami-Opfern
Waiblingen (pm) Bei einer symbolischen Scheckübergabe überreichte Luigi Colosi, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats bei Stihl, an Elvira Greiner, die Vorsitzende der Andheri-Hilfe, eine Geldspende in Höhe von 40 000 Euro für die notleidende Bevölkerung in Südostasien. Die Belegschaft der Andreas Stihl AG & Co.
KG hatte diese Summe nach einem Aufruf des Gesamtbetriebsrats für die Überlebenden der verheerenden Flutkatastrophe gespendet. Das Geld wird von der Andheri-Hilfe, Bonn, an der Südküste Indiens so verwandt, dass die Dorfgemeinschaft in gemeinsamer Verantwortung Lebensgrundlagen und Gemeindeleben wieder aufbauen kann. So ist beispielsweise der Bau neuer Häuser, eines Kindergartens und einer Schule geplant.
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Bonner Rundschau, 10.03.2005
Bilder machen nachdenklich.
... Farbenfroh und nachdenklich - was indische Kinder unter "Fortschritt durch mehr Menschlichkeit" verstehen, haben sie auf 40 großen Bildern wiedergegeben, die nun im Stadthaus ausgestellt sind. Der Bonner Verein Andheri-Hilfe unterstützt Hilfsprojekte in Indien und hatte dort Kinder gebeten, ihre Gedanken zu diesem Thema in Bildern auszudrücken. Zur Eröffnung der Ausstellung am Dienstag sagte Bürgermeister Helmut Joisten: "Fortschritt bedeutet nicht nur mehr Geld oder bessere Technik, sondern auch, wenn Menschen einander helfen." Viel zum Nachdenken gab auch die Andheri-Vorsitzende Elvira Greiner den Ausstellungsbesuchern mit der Frage, was diese unter Fortschritt verstehen. {...}
Die Ausstellung ist bis zum 25. März im Stadthaus zu sehen. Die Andheri-Hilfe bietet Schulklassen Führungen an, die unter der Rufnummer (0228) 67 15 86 vereinbart werden können."
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Backnanger Kreiszeitung, 10.11.2004
"Die ganze Faszination und der besondere Zauber der Musik Wolfgang Amadeus Mozarts entfaltete sich beim Benefizkonzert zugunsten der Andheri-Hilfe mit Mitgliedern der Stuttgarter Philharmoniker unter der Stabführung von Professor Andreas Kraft....
Der Erlös des Benefizkonzertes kommt der Andheri-Hilfe (Bonn) zugute....
Übrigens: Rudolf Diebetsberger, Hornist der Philharmoniker, war von einem Film über die Arbeit der Andheri-Hilfe so beeindruckt, dass er spontan die Initiative ergriff, Benefizkonzerte für sie zu organisieren. In Backnang fand das dritte statt."
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Main-Rheiner aus Mainz, 30.6.2004
"Einen Scheck über 1800 Euro haben die Schüler der Klasse 7b der Martinus-Schule in der Weißliliengasse der Hilfsorganisation Andheri-Hilfe überreicht. Die 26 Schüler hatten an ihrer Schule jede Pause selbst gebackene Waffeln verkauft. Bis zum Mai gingen über 2000 Waffeln über den Tisch.
Beim Adventsbasar wurden außerdem im Unterricht gebastelte Kerzen verkauft. Das gesammelte Geld wird jetzt der Bonner Entwicklungshilfe-Organisation übergeben, die damit Hilfsprogramme in Bangladesch finanzieren kann. Unter anderem können mit dem Geld der Schüler so genannte Eye-Camps bezahlt werden. Das sind mobile Augenkliniken, mit denen man auch Menschen in entlegenen Regionen des Landes helfen kann...."
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Norbert Scheid über die Fernseh-Dokumentation
von Franz Alt zur einmillionsten Augenoperation in Bangladesch.
aus: Hörzu, Nr. 14/2003, zum
Artikel
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Aus der Ansprache des Alt-Bundespräsidenten
Richard von Weizsäcker anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes
1. Klasse an Prof. Rabiul Husain, Augenarzt und Partner der Andheri-Hilfe
Bonn e.V. in Bangladesch:
"... ich weiß kaum einen Weg, so vielen Menschen in
einer solch existenziellen Not zu helfen, als den, auf dem Sie Ihre
großen Dienste an der Menschheit und an Ihrem Volk leisten...
Es ist so wenig, was wir in all der Not tun können, und dennoch
sollte man nicht in Resignation zurückfallen, sondern einfach
etwas tun..."
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Indiens
Frauen verändern ihre Welt
( 808 KB) von Dr. Franz Alt
aus:
connection 2/02- Das Magazin fürs Wesentliche
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