 |
 |
 |
| |
NEWS
|
|
Hunsrück Gospel Family begeistert
11. März 2006. Es schneit im Hunsrück. Ein Wetter, bei dem man kaum vor die Tür geht. Aber in Laudert platzt die Kirche aus allen Nähten. Man rückt zusammen. Trotzdem müssen viele stehen. Gibt es hier in diesem Dorf so viele enthusiastische Christen, die zur Vorabendmesse gehen?
 |
 |
Des Rätsels Lösung ist einfach: Die "Hunsrück Gospel Family" hat sich zum Gospelkonzert angesagt. Mit "Let us go into the house of the Lord" ziehen die Sängerinnen und Sänger ein. Mit ihren lebhaften Rhythmen und Gesängen ziehen sie die Zuhörer schnell in ihren Bann. Bei den afrikanischen Klängen von "Akanamandla" kommt so richtig Stimmung auf. Keiner bleibt unberührt von "This little light of mine". Und das Lied "Sei behütet" gilt heute ganz besonders dem Geburtstagskind. Er ist selbst Sänger im Chor. Wird heute 40 Jahre alt. Er hat schon selbst hautnah erfahren, dass es nicht selbstverständlich ist, mit 40 noch seinen Geburtstag zu feiern. Und er möchte seiner Dankbarkeit Ausdruck verleihen. Die Freude dieses Festes soll ausstrahlen auf andere Menschen. Auf Menschen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. Die im Dunkel leben. Die blind sind. Für nur 40 Euro kann ein blinder Mensch in Bangladesch operiert werden und das Augenlicht wiedererhalten. Das Geburtstagkind kann den Blick von Hasna in den Spiegel nicht vergessen. Hasna ist 14. Sie war 11, als sie erblindete. Drei Jahre später kann sie mit Spenden der Andheri-Hilfe operiert werden. Die Binde wird abgenommen. Sie schaut in den Spiegel. Welch unbeschreibliche Freude!
Das Benefiz-Konzert in Laudert hat 1.581,28 Euro erbracht. Damit können 40 Blinde in Bangladesch operiert werden. 40 Menschen können bald wieder sehen. Dieses "Geburtstagsgeschenk" werden sie nie mehr vergessen!
Ein herzliches Dankeschön den Sängerinnen und Sängern und vor allem dem Geburtstagkind!
|
|
| |
Rosi Gollmann, "ausgezeichnete" Gründerin der Andheri-Hilfe
Bundespräsident Horst Köhler hat der Gründerin und Ehrenvorsitzenden der Andheri-Hilfe das Große Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die Insignien wurden ihr in einer Feierstunde im Alten Bonner Rathaus am Dienstag, dem 22. November 2005, von der Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn Bärbel Dieckmann überreicht.
Rosi Gollmann wurde damit eine besonders hohe Ehre für Ihr Lebenswerk zuteil. Dabei betont sie immer wieder, dass es ihr nicht um persönliche Anteilnahme geht, sondern dass sie alle Auszeichnungen stellvertretend für die vielen Menschen in Indien, Bangladesch und Deutschland annimmt, die sich im Laufe von mehr als 40 Jahren im Rahmen der Andheri-Hilfe gemeinsam mit ihr für ein menschenwürdigeres Leben - insbesondere der armen und unterpriviligierten Bevölkerungsgruppen - engagiert haben.
Klar ist jedenfalls, dass ohne den unermüdlichen Einsatz von Rosi Gollmann aus der kleinen Privatinitiative für ein Findelheim in Andheri bei Bombay im Jahre 1960 niemals eine so erfolgreiche und anerkannte Organisation der Entwicklungszusammenarbeit erwachsen wäre!
|
|
| |
"Eine bessere Welt ist möglich"
- Ein Marshallplan für Arbeit, Entwicklung und Freiheit" lautet der Titel eines neuen Buches von Franz Alt, Rosi Gollmann und Rupert Neudeck. Ermutigt durch die weltweite Solidarität nach der Tsunami-Katastrophe fordern die Autoren einen Aktionsplan für die Dritte Welt - vergleichbar der Hilfe, die Deutschland durch den Marshallplan nach dem Zweiten Weltkrieg zuteil wurde. R. Gollmanns faszinierender Beitrag überzeugt den Leser anhand konkreter Erfahrungen aus 40 Jahren Basisarbeit in Indien und Bangladesch, dass es tatsächlich erfolgreiche Konzepte gibt.
Die Gründerin und Ehrenvorsitzende der Andheri-Hilfe demonstriert, wie ganz praktisch Armut, Krankheiten und Ungerechtigkeit überwunden werden können. Anhand vieler anschaulicher Beispiele berichtet sie, wie die Armen sich selbst helfen, sich zusammenschließen, Verhandlungsmacht gewinnen und um ihre Rechte kämpfen: Frauen sparen und beginnen einen Kleinhandel. Blinde nehmen nach einer Operation wieder aktiv am gesellschaftlichen Leben teil. Kinderarbeiter und Prostituierte befreien sich aus ihrem Sklavendasein, und Mädchentötung gehört jetzt in vielen indischen Dörfern der Vergangenheit an.
Respekt vor der Würde dieser Menschen steht an erster Stelle. Entwicklung darf nicht von außen kommen oder von oben übergestülpt werden: Die Betroffenen selbst müssen ihre Prioritäten setzen. Darum sucht die Autorin auf ihren Projektreisen immer die Nähe zu ihnen. Sie weigert sich etwa, am einzigen Tisch eines Dorfes Platz zu nehmen, während die Kastenlosen am Boden hocken. Sie setzt sich zu ihnen, um auf Augenhöhe mit den Partnern zu diskutieren.
R. Gollmann bettet ihr Konzept ein in einen umfassenden geschichtlichen Überblick über unterschiedlichste Modelle für eine bessere Welt. Entscheidende strukturelle und nachhaltige Wirkungen hält sie nur für möglich, wenn Arme und Entrechtete selbst gesellschaftlich und politisch aktiv werden. Unideologisch wirbt sie um Einsicht in die Zusammenhänge zwischen Problemen in Entwicklungsländern und dem Verhalten von Menschen in Industrieländern. Die zwingende Konsequenz: Verhaltensänderungen bei uns sind die notwendige Voraussetzung für eine bessere Welt.
Das Buch erscheint zur Frankfurter Buchmesse im Oktober im Riemann-Verlag (ISBN: 3-570-50069-1) und kostet 19 €.
Dr. Franz Josef Micha
|
|
 |
Bangladesch - Fluthilfe ein Erfolg
August 2005: Kalpana Rani melkt ihre Kuh. Sie wirkt gelöst, lächelt. Später erzählt die Frau aus Joypurhat ihre Geschichte, die Geschichte der Flutkatastrophe 2004. "Als die schlimme Flut kam, verlor meine Familie fast alles. Von der Hilfe, die uns die Regierung zugesagt hatte, sahen wir nichts. Wir wussten nicht, wie es weitergehen sollte. In unserer Selbsthilfegruppe sprachen meine Kolleginnen und ich über die Situation. Die Mitarbeiter von Dustha Manobater Seba Sangstha (DMSS) beruhigten uns. Andheri-Hilfe wird uns helfen, damit wir uns selbst helfen können. Auf dem Weg nach Hause spürte ich Hoffnung."
In den Augusttagen 2004 gingen viele Hilferufe von Partnerorganisationen wie DMSS und den angeschlossenen Selbsthilfegruppen bei uns ein. Für uns war klar, dass schnellstmöglich Arbeits- und Einkommensmöglichkeiten wiederhergestellt werden mussten. Die begonnene erfolgreiche Entwicklungsarbeit von Tausenden von Selbsthilfegruppen musste weitergehen.
Die Hilfe setzte schnell ein. Über 4.000 Familien konnte durch Darlehen geholfen werden, die Folgen der Flut zu überwinden. Das Saatgut sicherte die nächste Ernte. Hühner und Kühe schufen eine verlässliche Einkommensquelle. Fischernetze brachten das Lächeln in die Gesichter der Menschen zurück.
Die Krise ist überwunden! In den betroffenen Regionen haben sich Komitees gegründet, die Maßnahmen erarbeiten, um künftige Katastrophen in ihren Wirkungen abmildern zu können. Viele Menschen haben begonnen, ihre Häuser auf höherem Untergrund zu errichten. Ein so genannter Katastrophenfonds ist angelegt worden, aus dem zumindest ein Teil der Wiederaufbaumaßnahmen im Falle eines erneuten Unglücks finanziert werden kann. Das Grundkapital des Fonds darf nie aufgebraucht werden.
Die Menschen bekommen keine Geschenke. Sie müssen hart arbeiten und die Darlehen müssen selbstverständlich bis auf den letzten Cent zurückbezahlt werden. Die Gelder stehen dann für andere Entwicklungsaufgaben zur Verfügung.
Und Kalpana Rani? Sie hat sich für 62,50 Euro nicht nur eine Kuh gekauft, sondern auch Kartoffeln angebaut. Die Erlöse der ersten Kartoffelernte waren fast so hoch wie das gesamte Darlehen. Aus dem Verkauf der Milch erhält sie jeden Monat 15 Euro. "Meiner Familie geht es wieder gut. Vielen Dank Andheri-Hilfe!"
|
 |
| |
Nach
oben
|
|
| |

Andheri-Hilfe Bonn e.V. | Mackestr. 53 | 53119 Bonn
Fon (0228) 67 15 86 | Fax (0228) 68 04 24 | andheri.bonn andheri.org
Copyright © 2002-2008 Andheri-Hilfe Bonn e.V. und Fotografen
Spendenkonto: Sparkasse KölnBonn | Konto Nr. 40 006 | BLZ 370 501 98
|
|