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Lobbyarbeit

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Der Erfolg unserer Entwicklungsarbeit hängt weitgehend von erfahrenen Partnern, professionell geplanten Projekten und engagierten Zielgruppen ab. Aber auch die sozialen Rahmenbedingungen und das aktuelle politische System sind wesentliche Faktoren, die über Erfolg oder Misserfolg der Vorhaben entscheiden. Dabei geht es nicht allein um die Frage, ob ein Land sich als Demokratie bezeichnet oder nicht. Es geht um die praktischen Auswirkungen dieses Systems auf das tägliche Leben der Menschen. Politische Strukturen und Politiker können die Entwicklungsbestrebungen der Menschen fördern, sie können sie aber auch behindern oder vernichten. Gerade deshalb sehen wir "Lobbyarbeit" als eine zentrale Aufgabe. Lobbyarbeit bedeutet, Politiker von der Notwendigkeit zu überzeugen, sich aktiv einzusetzen für dringende Veränderungen. Diese Überzeugungsarbeit ist auf verschiedenen Ebenen zu leisten:

Lobbyarbeit auf Projektebene

Da sind zum Beispiel die Frauen im indischen Bundesstaat Tamil Nadu. Sie sind Dalits, "Unberührbare". Sie dürfen kein Wasser aus dem Gemeindebrunnen schöpfen. Das steht nur den Kastenangehörigen zur Verfügung. Wie schaffen es diese Frauen, den Gemeinderat zu überzeugen, dass auch sie ein Recht auf Trinkwasser in der Nähe ihrer Häuser haben? Zunächst einmal müssen die Frauen um ihre Rechte wissen. Wir unterstützen sie, sich in Gruppen zu organisieren und diese Gruppen untereinander zu vernetzen. Gemeinsam reichen sie Anträge ein, organisieren Sitzstreiks und Demonstrationen. Es werden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gewonnen, diese Proteste zu unterstützen. Die Presse wird mobilisiert. Die Stimme der Frauen ist nun nicht mehr zu überhören. Sie bekommen Zugang zur Trinkwasserversorgung!

Lobbyarbeit über Projekte hinaus

Im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh wird ein neuer Großstaudamm geplant. Mehr als 300.000 Menschen sind von Vertreibung bedroht - ohne Aussicht auf eine neue Bleibe, auf Arbeit und angemessene Entschädigung. Auch hier geht es zunächst wieder um Aufklärungsarbeit. Die Betroffenen müssen wissen, was auf sie zukommt. Die Politiker müssen mit exakten Erhebungen über das tatsächliche Ausmaß und die Folgen von Zerstörung und Vertreibung konfrontiert werden. Es müssen Allianzen geschmiedet werden, weit über das einzelne Projekt hinaus. Alle zivilgesellschaftlichen Organisationen in der Region, Medienvertreter, Intellektuelle und Meinungsführer müssen mobilisiert werden. Hier sind langer Atem und großes Durchhaltevermögen gefragt - nur so haben die bedrohten Menschen eine Chance!

Lobbyarbeit in Deutschland

Auch deutsche Politiker tragen Verantwortung für die Not leidenden Menschen dieser Welt. Die EU-Ratspräsidentschaft und der G8-Gipfel 2007 sind einige der herausragenden Anlässe, die zeigen, wie wichtig auch die Stimme Deutschlands im internationalen Kontext sein kann. Gemeinsam mit vielen anderen Nichtregierungsorganisationen mahnen wir von der Andheri-Hilfe deutsche Politiker, ihre Verantwortung für mehr Gerechtigkeit in der Einen Welt wahrzunehmen. Als Mitglied der Kampagne "Deine Stimme gegen Armut" fordern wir, dass sich deutsche Politiker mit allen Kräften dafür einsetzen, dass die Millennium-Entwicklungsziele erreicht werden. Das bedeutet u.a., dass die Zahl der Menschen, die in absoluter Armut (d.h. von weniger als einem Dollar pro Tag) leben, bis zum Jahre 2015 halbiert werden muss. Ein ehrgeiziges Ziel, das unser aller Einsatz erfordert!

Beispiele für Lobbyarrbeit

Deine Stimme gegen Armut

Anwaltschaft für Menschen mit Behinderungen

Die Information ist unsere Stärke

Gesetz zur Anerkennung von Waldrechten

 

 

 

 
 


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