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Lagebericht für das Geschäftsjahr 2006

I. Darstellung des Geschäftsverlaufs

Die Umsetzung der Projekte für die Tsunami-Opfer einerseits und die Vorbereitungen für das 40-jährige Jubiläum der Andheri-Hilfe andererseits waren wichtige Bestandteile unserer Arbeit im Jahr 2006. Während uns im Jahr 2005 außergewöhnlich viele Spenden in Zusammenhang mit dem Tsunami zugeflossen waren, hatte in 2006 die sich stark verändernde Wahrnehmung Indiens einen spürbaren Einfluss auf unsere Arbeit hier in Deutschland. Die Diskussion über Indien als aufstrebende Wirtschaftsmacht in den Medien verlangte von uns im Dialog mit den Spendern und der Öffentlichkeit immer wieder herauszustreichen, dass es in Indien immer noch viele Millionen Menschen gibt, die in bitterer Armut leben, und dass die Arbeit der Andheri-Hilfe nach wie vor wichtig ist. Dieses Thema greift auch der Film über die Arbeit der Andheri-Hilfe mit dem Titel „Das Wachstum steigt - Die Armut bleibt! - Braucht Indien noch Entwicklungshilfe?“ von Dr. Franz Alt anschaulich auf.
Nachdem das Jahr 2005 aufgrund des Tsunamis für die Andheri-Hilfe das Jahr mit den bislang höchsten Einnahmen war, war ein deutlicher Rückgang der Erträge zu erwarten. So gingen die Spenden/Zuwendungen/Zuschüsse von 6.519.179,42 € in 2005 auf 4.778.134,89 € in 2006 zurück. Allein die Spendeneinnahmen fielen von 4,173 Mio. € in 2005 auf 2,723 Mio. € in 2006. Wenn allerdings die Spendeneingänge 2005 um die Tsunami-Spenden in Höhe von knapp 1,4 Mio. bereinigt werden, ergibt sich sogar eine Steigerung der Spendeneinnahmen im Jahr 2006 um rund 50.000 Euro.
Ein Arbeitsschwerpunkt war die Umsetzung des Vorstandsbeschlusses zur Auslagerung des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes der Andheri-Hilfe. Die Medienproduktions- und Vertriebsgesellschaft mbH (MVG) in Aachen konnte dafür gewonnen werden, diesen Bereich in eigener Regie weiterzuführen. So verkaufte die Andheri-Hilfe die Waren des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes gegen Jahresende an die MVG und schloss mit dieser einen Vertrag, der gewährleistet, dass die bisherigen Kunden der Andheri-Hilfe die Waren über die MVG weiterhin beziehen können. Artikel, die vor allem in der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit (DVDs, Filme etc.) der Andheri-Hilfe eingesetzt werden, gingen in den Bestand dieses Bereiches über.

Die Entwicklung des Jahresüberschusses 2006 in Höhe von 426.345,60 Euro und dessen Hauptkomponenten stellen sich in den verschiedenen Bereichen wie folgt dar:
Im Bereich der Zuschüsse vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) konnte in 2006 zwar kein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr erreicht werden, denn die Summe der Zuschüsse ging um rund 110.000 Euro auf ein Gesamtvolumen von 767.647 Euro (Vorjahr 876.174 Euro)zurück. Die Andheri-Hilfe steigerte aber die Anzahl der Projekte, für die Zuschüsse vom BMZ gegeben wurden, auf insgesamt 13. Wenn man aus den BMZ-Zuschüssen in beiden Jahren die zweckgebundenen Zuschüsse für Tsunami-Projekte herausrechnet, so fielen die Zuschüsse im Jahr 2006 um knapp 90 Tausend Euro höher aus als im Vorjahr.
Im Jahr 2006 konnten wir einen Zuschuss von der Kommission der Europäischen Gemeinschaft in Höhe von 511.147,50 Euro für ein vierjähriges Projekt erhalten.
Auch das Land NRW gewährte wieder einen zweckgebundenen Zuschuss in Höhe von 24.441,30 Euro (Vorjahr 24.366 Euro).
In Zusammenhang mit 5 Erbfällen im Jahr 2006, in denen Andheri-Hilfe testamentarisch bedacht worden (Vorjahr 7 Erbfälle), erhielten wir 260.771,00 Euro (Vorjahr 715.503,51 Euro) als Erlöse aus Testamenten.
Die Zuschüsse von Nichtregierungsorganisationen fielen von 664.118,83 Euro in 2005 auf 464.079,02 Euro in 2006. Hervorzuheben ist auch hier, dass es in 2005 Zuschüsse in Höhe von knapp 390 Tausend Euro für Tsunami-Projekte gab, die in 2006 mit Euro 285.000 wesentlich geringer ausfielen. Wie vorherzusehen war, konnte der Verein „Helft uns leben e.V.“ von der Koblenzer Rheinzeitung, der in 2005 ein Projekt in Bangladesch mit einem Zuschuss von 150 Tausend Euro unterstützte, die Andheri-Hilfe in 2006 nicht erneut berücksichtigen.
Der Rückgang der Einnahmen veranlasste die Andheri-Hilfe Bonn e.V. bei der Bewilligung neuer Projektzusagen vorsichtig zu agieren. So gingen die Projektkosten auf 4.280.440,55 zurück (Vergleich 5,928 Mio. Euro in 2005, darin enthalten 2,09 Mio. Euro zu Gunsten der Tsunami-Opfer).

Der Personalaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr um gut 4% gefallen. Grund hierfür ist, dass eine Mitarbeiterin Elternzeit in Anspruch genommen hatte. Zum 31.12.2006 beschäftigte die Andheri-Hilfe Bonn e.V. wie im Vorjahr 7 Vollzeitkräfte, 4 Teilzeitkräfte und eine Person als geringfügig Beschäftigte. Die Vergütung der hauptamtlich Beschäftigen liegt nicht über den Tarifen für vergleichbare Positionen im öffentlichen Dienst.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren in 2006 leicht rückläufig, nachdem sie im Vorjahr vor allem aufgrund des erhöhten Aufwandes in Zusammenhang mit der Spenderbetreuung nach dem Tsunami und einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit angestiegen waren.

Die Geschäftsführung spricht an dieser Stelle allen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern herzlichen Dank und Anerkennung für die im abgelaufenen Geschäftsjahr geleistete Arbeit aus. Ohne diesen unermüdlichen Einsatz aller wäre die erfolgreiche Tätigkeit unseres Vereins nicht möglich.

II. Darstellung der Lage der Andheri-Hilfe Bonn e.V.

Die geschäftlichen Aktivitäten haben sich seit dem Bilanzstichtag entsprechend den Planungen entwickelt.
Den Verbindlichkeiten von 4,433 Mio. Euro stehen entsprechende Vermögensposten gegenüber. So rechnen wir damit, auch künftig unsere finanziellen Verpflichtungen pünktlich erfüllen zu können. Hierbei ist anzumerken, dass sich aus den oben genannten Verbindlichkeiten 1,603 Mio. € auf Projekte beziehen, die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung kofinanziert werden und für die das Ministerium Mittel in Höhe von 1,238 Mi. € für die Folgejahre zugesagt hat. Diese Zusagen sind allerdings nicht als Forderungen in der Bilanz ausgewiesen, da sie dem Haushaltsvorbehalt unterstehen.

Durch den Jahresüberschuss 2006 beläuft sich die Kapitalrücklage nun auf mehr als 2 Mio. Euro. Diese Mittel erlauben es uns, konkrete Projektzusagen zu treffen, auch wenn noch keine Spendenmittel in der entsprechenden Höhe eingegangen sind.

Bis Ende April 2007 wurde etwas mehr als 1,26 Mio. Euro durch Projektbewilligungen vertraglich gebunden.

Sicherungsgeschäfte für Währungsrisiken wurden und werden von der Andheri-Hilfe Bonn e.V. nicht abgeschlossen.
Die getätigten Geldanlagen sind konservativ. Grundsätzlich wird nur in mündelsichere Wertpapiere, die eine gesicherte Rendite haben, investiert.

III. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres

Es traten nach dem Schluss des Geschäftsjahres keine Vorgänge von besonderer Bedeutung auf, über die zu berichten wäre.

IV. Voraussichtliche Entwicklung des Vereins und Risiken der künftigen Entwicklung

Wir können bis dato einen Anstieg der Spendeneinnahmen (in den ersten 4 Monaten 77 Tausend Euro Steigerung) im Vergleich zum Jahr 2006 verzeichnen. Zu dieser Steigerung haben sicherlich das zahlreiche Erscheinen der Andheri-Hilfe Bonn in den Medien in Zusammenhang mit der Feier des 40-jährigen Bestehens der Andheri-Hilfe und des 80. Geburtstages der Gründerin, Frau Rosi Gollmann, und die wiederholte Ausstrahlung des Films von Dr. Franz Alt „Das Wachstum steigt, die Armut wächst - Braucht Indien noch unsere Hilfe?“ beigetragen.

Wir rechnen damit, dass wir auf Jahressicht das Spendenniveau von 2006 übertreffen können.
Wir haben bis dato zwei Anträge auf Projektzuschüsse beim BMZ im Jahr 2007 eingereicht und hoffen weitere Zuschüsse zu erhalten.

Nach wie vor birgt die Konzentration der Arbeit der Andheri-Hilfe Bonn e.V. in Übersee auf die Länder Indien und Bangladesch ein Risiko in sich. Auf dem deutschen Spendenmarkt wird es für die Andheri-Hilfe Bonn e.V. immer schwieriger, Spenden für Projekte in Indien einzuwerben, da Indien als aufstrebende Wirtschaftsmacht gesehen wird, die ausreichend eigenes Potenzial zur Armutsbekämpfung hat. Andheri-Hilfe Bonn e.V. begegnet diesem Risiko mit Aufklärung über das weiter bestehende und sich zum Teil verschärfende Problem der Massenarmut in Indien. Der oben erwähnt Film von Dr. Franz Alt ist hierbei hilfreich. Gleichzeitig soll die Arbeit der Andheri-Hilfe in Bangladesch verstärkt in der Öffentlichkeit dargestellt werden.

In der Kooperation mit dem Andheri Trust in Indien geht es im Jahr 2007 vorrangig um die Umsetzung der vereinbarten Schritte bei der Verbesserung der Qualitätssicherung im Projektbereich. Außerdem soll ein Treffen der Partner der Andheri-Hilfe Bonn e.V., das der Andheri Trust organisiert, dazu genutzt werden, die aktuellen Herausforderungen an die NGOs in Indien (Einwerbung lokaler Spenden, Nutzung von Regierungsprogrammen, etc.) mit den Partnern zu diskutieren.

Unsere Investitionstätigkeit wird sich im Jahre 2007 neben dem Ausbau der Projektarbeit auf die Intensivierung der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der Andheri-Hilfe Bonn e.V. und auf Ersatzbeschaffungen in der EDV konzentrieren.

V. Sonstige Angaben
Keine

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