Projektbeispiel: Förderung von Menschen mit geistiger Behinderung in Südindien
Die Zielgruppe des Projekts sind arme Bauernfamilien, die im ländlichen Gebiet um Madurai, Tamil Nadu leben. Behinderung gilt in Indien als Strafe der Götter. Behinderte Menschen werden ausgegrenzt und vernachlässigt. Aus Scham werden sie versteckt und manche von ihnen haben noch nie das Tageslicht gesehen. In diesem Projekt, das von der Chellamuthu Trust Research Foundation durchgeführt wird, sollen deshalb nicht nur die behinderten Menschen lebenswürdige Umstände erhalten, sondern auch die Dorfbevölkerung aufgeklärt werden. Geistig Behinderte Kinder und Erwachsene bekommen spezielles Training. Durch eine behutsame und langfristige Förderung ihrer Talente, können sie ein normales Leben führen und am Dorfalltag teilnehmen. Manche können sogar einen Beruf erlernen und so zum Einkommen der Familien beitragen, wie z.B. die Herstellung von Seife, die dann auf dem lokalen Markt verkaufen werden kann.
Das Projekt arbeitet mit dem Ansatz der sogenannten "Community Based Rehabilitation". Es wird davon ausgegangen, dass es für die Menschen am Besten ist, wenn sie innerhalb ihres sozialen Umfeldes gefördert werden und die ganze Dorfgemeinschaft einbezogen wird, um auch vorhandene Vorurteile zu beseitigen. Hier spielt Aufklärung eine große Rolle. Die Dorfbewohner werden über Behinderungen und deren Prävention unterrichtet und darüber aufgeklärt wie sie mit Behinderten umgehen sollen. Ziel ist es, dass die Dorfbewohner die Behinderten Menschen nicht länger als Last empfinden, sondern ihre Potentiale erkennen, um sie dann als vollwertige Dorfmitglieder zu akzeptieren und sie nicht auf ihre Behinderung zu reduzieren. Durch die Bildung von Selbsthilfegruppen betroffener Familienangehöriger, die durch Trainingsmaßnahmen geschult werden, ist zudem die langfristige Versorgung und adäquate Betreuung der behinderten Menschen gesichert, auch nachdem das Projekt seine finanzielle Unterstützung beendet hat. Diese Selbsthilfegruppen werden auch darin unterstützt, sich mittels Einkommen schaffender Maßnahmen eine Existenz aufzubauen. Diese Selbsthilfegruppen zahlen eine kleinen Betrag in einen Fonds, aus dem Medikamente etc bezahlt werden. Dadurch wird das Projekt langfristig finanziell auf "eigene Füße" gestellt.
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