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PressespiegelNorbert Scheid, Reporter der Hörzu, wurde gerade in diesen Krisen- und Kriegszeiten durch einen Dokumentarfilm im Fernsehen daran erinnert, dass es noch Geschichten gibt, die einen wieder an das Gute glauben lassen. Es gibt auch Nachrichten, die Hoffnung machenEigentlich ist es unmöglich, in diesen Tagen und Wochen den Fernseher einzuschalten und dabei nicht bedrückt und fassungslos zu reagieren. All die Bilder und Nachrichten, die Sondersendungen und Kommentare über den Irak-Krieg. Und man sitzt hilflos vor dem Fernseher und muss sich eingestehen: Wir Menschen werden wohl doch nie lernen, ohne Bomben unsere Probleme zu lösen und im Frieden miteinander auszukommen. Ich fühle mich jedes Mal elend dabei und am Ende so ohne Hoffnung. Aber es gibt sie doch, die anderen Fernsehberichte. Nicht jede Nachricht ist eine schlechte Nachricht. Manche Beiträge lassen noch hoffen. Wie dieser Tage die WDR-Dokumentation "Eine Million Blindenheilungen in Bangladesch". Ein Film über ein Hilfsprojekt, das die Religionslehrerin Rosi Gollmann aus Bonn vor vielen Jahren aufgebaut hat und das inzwischen von mehr als 20 000 Menschen unterstützt wird. Mit deren Spendengeldern wurden in Bangladesch bereits eine Million Blinde operiert, die durch die Eintrübung der Linsen, den so genannten grauen Star, ihr Augenlicht verloren hatten. Ein Routine-Eingriff - und jedes Mal wieder ein Wunder. Dokumentiert wurde der Fall der 14jährigen Hasna. Das Mädchen war von frühester Kindheit an blind, die Mutter früh gestorben, der Vater davongelaufen. Eine Tante hatte sie zu den Augenärzten des Projekts gebracht. Und die vollbrachten, vor unseren Augen, das Wunder. Am eindruckvollsten war die Szene, als Hasna nach der Operation die Mullbinden entfernt wurden: Sie stand vor einem Spiegel. Ratloser Blick. Sie neigte vorsichtig den Kopf zur Seite. Ihr Spiegelbild machte die gleiche Bewegung. Dann hob sie die Hand, betastete ihr Gesicht. Plötzlich war unfassbares Glück in ihren Augen. Sie lachte, verstummte, lachte wieder. Es war der Moment, in dem Hasna begriff, dass sie wieder sehnen kann. Da saß ich vor dem Bildschirm und war für einen Augenblick einfach nur glücklich für das Mädchen aus Bangladesch. Auch das gibt es in unserer Welt, millionenfach: Menschen, die über alle Grenzen hinweg anderen die Hand reichen. Und Geschichten, die trotz allem Hoffnung machen. aus: Hörzu Nr. 14/2003
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